Work at home: veränderter Blick auf das Wohnen

Home-Office
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Veränderungen bedeuten Chancen, Risiken und Herausforderungen. Wenn es um die eigene Wohnung geht, können das aktuell viele Menschen nachempfinden. Denn die Pandemie hat einen Teil der Angestellten zwangsweise in das Homeoffice versetzt. Mit Folgen: Die Wahrnehmung der eigenen vier Wände hat sich durch das Arbeiten zu Hause verändert. Damit auch ganz konkret das Wohnen.

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Zu Hause, aber produktiv

Homeoffice ist in vielen Wirtschaftsbereichen bereits üblich. Aber diese Option beschränkte sich bisher in den meisten Betrieben auf wenige Tage im Monat. Während der Pandemie wurde die Ausnahme zum Standard.

Ein Innovationsschub setzt damit ein. Statt Meetings gab es Video-Konferenzen, statt Fortbildungen Online-Seminare, selbst Vorstellungsgespräche fanden virtuell statt. Unternehmen sorgten für neue Software, rüsteten Hardware auf und schulten mit Briefings ihre Mitarbeiter. Workflows über das Internet sind seitdem eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig setzten die Schulen Home-Schooling ein. Das Kinderzimmer wurde zum Klassenzimmer.

Das alles funktioniert nur in einem passenden Wohnumfeld. Zum einen ist ein – noch immer nicht überall vorhandenes – schnelles WLAN eine bessere Option als ein mobiler Hotspot über das Firmenhandy. Zum anderen bedeutet jeder Tag mehr im Homeoffice, dass auch die heimische Arbeitsumgebung passen sollte. Mit dem Notebook auf dem Balkon lassen sich E-Mails gut beantworten. Dauerhaftes Arbeiten vom zu Hause aus ist ohne guten Schreibtisch und Bürostuhl jedoch nicht denkbar. Dazu ist Platz erforderlich. Die Begeisterung über die ersten erfolgreichen Videokonferenzen vom Wohnzimmertisch und über den Wegfall des Arbeitsweges weicht der Erkenntnis, dass Wohnen und Arbeiten zusammenwachsen müssen.

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Das neue „Arbeitswohnen“

Abseits von Fragen rund um Technik, Software, Erreichbarkeit und Organisation entsteht so eine weitere Herausforderung. Denn das persönliche Wohlbefinden gewinnt an Bedeutung. Wer möchte schon zwischen einem Fernsehsessel und der Küchenzeile oder vor der Wand mit den Urlaubsschnappschüssen an einem Online-Meeting teilnehmen? Wer möchte zwischen Abwasch und Wäscheständer seine Kundentelefonate führen? Wer kann konzentriert arbeiten, wenn die Kinder herumtoben?

Die Menschen lernen, ihre Wohnung mit neuen Augen zu sehen. Daraus folgen gewünschte Veränderungen. Möbel rücken von hier nach dort, das Blickfeld der Webcam ist aufgeräumt und Zimmerpflanzen für ein angenehmes Raumklima finden ihren Platz. Das gilt für den offenen Wohnbereich, in dem Notebook und Smartphone unterzubringen sind. Das gilt für das Arbeitszimmer, das plötzlich eine gefühlte Notwendigkeit ist.

Bitte ein Arbeitszimmer, jetzt!

Nicht zuletzt ist ein eigenes Arbeitszimmer als solches ein neuer Wunsch. Der Arbeitsplatz soll aus Küche und Wohnbereich in einen abgeschlossenen, ruhigeren Raum verlagert werden. Das verändert perspektivisch den Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach Wohnungen mit einem kleinen zusätzlichen Zimmer dürfte ansteigen. Damit kommt auf den ohnehin angespannten Immobilienmarkt eine weitere Herausforderung zu. Wenn dieser Mehrbedarf individuell nicht zu decken ist, soll sich die Arbeitsecke zumindest harmonisch in den Wohnbereich einfügen. Das Wohnzimmer wird endgültig zum Arbeitsplatz. Irgendwo zwischen Sofaecke und Esstisch muss sich eine Bleibe für den Schreibtisch finden. Alternativ reicht eventuell ein guter Stuhl.

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Wohnen im Wandel

Aus dieser Fusion aus Wohnen und Arbeiten entsteht eine neue Gewichtung von Einrichtung und von gesetzten Schwerpunkten in der Wohnung. Der Prozess hat gerade erst richtig Fahrt aufgenommen. Ein Teil der Menschen wird vielleicht auf Dauer in das Büro zurückkehren wollen. Viele Angestellte, vor allem viele aus der Generation Y, haben aber das Homeoffice schätzen gelernt. Sie möchten nicht zurück. Sie genießen die Flexibilität sowie die veränderte Work-Life-Balance. Dazu gehört, die eigene Wohnung Stück für Stück an die neue Realität anzupassen.

Michael Weber

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