Smart Home – Wohnkomfort per Touchscreen

Smart Home – Wohnkomfort per Touchscreen. Anspruchsvolles und gehobenes Wohnen lässt sich auf vielerlei Art verwirklichen: Eine der bequemsten, umweltfreundlichsten und zeitgemäßesten Lösungen bietet die digitale Vernetzungstechnologie „Smart Home“.

Wer möchte nicht seinen Kaffee zum Frühstück frisch aufgebrüht und zeitgleich die Brötchen aufgebacken bekommen? Und zudem Fotos, Filme und Musik schnell und unkompliziert auf dem Smartphone, dem Fernseher und dem Tablet betrachten? Oder endlich nicht umkehren müssen, um zu überprüfen, ob der Herd ausgeschaltet ist? Und zugleich vom Büro aus die Waschmaschine steuern? Spätestens mit den im September auf der Berliner „Internationalen Funkausstellung“ (IFA) 2014 der Öffentlichkeit vorgestellten Innovationen rund um das Modell „Smart Home“ lassen sich diese Wünsche einfach erfüllen – und das sogar per Sprachbefehl. Bekannt ist die Technologie, die das ermöglicht, auch unter den verwandten Definitionen „Intelligentes Wohnen“, „eHome“ oder „Smart Living“.

Smart Home: Einbruchsschutz und energiesparend zugleich

Immer mehr Elektronik- und Telefonie-Anbieter in Deutschland realisieren dafür eigene Produkte, die eine zentrale und vernetzte Steuerung innerhalb der eigenen vier Wände ermöglichen. Zumeist lassen sich diese Systeme ohne großen technischen Aufwand in Wohnungen im Alt- oder Neubau installierten. Denn Smart Home liegt im Trend: Mehr als drei Viertel der deutschen Internet-Nutzer interessieren sich laut einer aktuellen Umfrage für diese Technologie.

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Schalterprogramm impuls – Harmonie von Licht und Form. © Busch-Jaeger (BJE)

Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft sowie der wachsenden Zahl der Single-Haushalte steigt zugleich der Bedarf nach digitalen Gesundheits- und Überwachungssystemen. In Pilotprojekten wurde beispielsweise bereits eine umfassende Versorgung älterer Menschen per Smart Home realisiert. Solche Systeme vereinbaren unter anderem Friseurtermine, schalten Herdplatten selbstständig ab, erinnern elektronisch an die Medikamenteneinnahme oder erkennen, dank Spezialteppichen und Sensoren, Stürze sowie Verletzungssituationen und informieren unter anderem die Angehörigen.

Smart Home bietet für jede Generation Vorteile: Dazu gehören unter anderem die einfache, nicht ortsgebundene Bedienbarkeit, unter anderem auch über handelsübliche Betriebssysteme wie Android und iOS. Die Übertragung erfolgt zumeist über Funk oder Strom- respektive Datenleitung. Realisiert werden kann das beispielsweise mit Technologien wie W-Lan, Bluetooth, KNX-Standards zur Vernetzung von Gebäudetechnik oder herstellerspezialisierten, nicht veröffentlichter Standards einzelner Smart Home-Anbieter.

Täglich anfallende Aufgaben im Haushalt lassen sich so schnell und unkompliziert steuern und automatisieren. Verschiedene, kostenlose bzw. kostenpflichtige Apps für den gehobenen Wohnkomfort sind bereits auf dem Markt. Mit deren Hilfe lassen sich unter anderem aus der Ferne Steckdosen ein- und ausschalten, Fenster-, Tür- und Bewegungssensoren steuern und kontrollieren sowie die Heizung je nach aktuellem Wetterbericht und Raumfeuchtigkeit programmieren. Kleine Sensoren lassen sich am Tür- oder Fensterrahmen aufkleben. Eines der interessanten Argumente für diese hochgradige Vernetzung bleibt deshalb der Einbruchsschutz: Die Sensoren informieren den Bewohner beispielsweise per SMS, sobald ungewünschte Gäste sich Zugang in die eigenen vier Wände verschaffen. Verschiedene Anwendungen ermöglichen es außerdem, das Auf- und Zuziehen der Jalousien oder das An- und Ausschalten des Raumlichts vom Ferienort aus zu programmieren. Das bleibt zwar auch durch tagesaktuelle Zeitschaltuhren möglich. Diese Lösung jedoch sind oftmals umständlich und nicht mehr zeitgemäß.

Smart Home: Auch attraktiv für Besitzer von Ferienimmobilien

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Musik im Bad. © Busch-Jaeger (BJE)

Ein „Smart Home“-System ermöglicht es dagegen auch, neben der Steuerung vom Urlaubsdomizil aus den Energieverbrauch zu regulieren, Wohnungszugänge jederzeit zu kontrollieren oder per Bewegungsmelder und Überwachungskamera stets den Überblick zu behalten. Entsprechende Sicherheitspakete bieten darüber hinaus effektiven Brandschutz über eine Vernetzung mit dem Rauchmelder. Andere Anwendungen ermöglichen darüber hinaus die automatische Erkennung eines Wasserrohrbuchs sowie die automatisierte Kontaktierung von Versicherung und Hausmeister. Diese Lösungen bleiben besonders für Ferienheimbesitzer attraktiv: Zeitaufwändige und lästige Kontrollen vor Ort könnten durch „Smart Home“ in Zukunft ganz entfallen.

Auch in Sachen Energieeffizienz hat die umfassende Heimvernetzung einiges zu bieten. Dieser Aspekt weckt bei den Verbrauchern, neben den Lösungen, die Smart Home im Einbruchsschutz bietet, aktuell das größte Interesse. Gehobene Modelle ersetzen bereits Wohnraumthermostate komplett und dämpfen die Heizleistung über Bewegungssensoren, sobald der Bewohner das Haus verlässt. Alternativ lässt sich für diese Systeme auch ein Zeitplan zur Heizungsbedienung einrichten, je nach Schul- und Arbeitszeiten. Dies bietet sich besonders für Familien an, um eine gegebenenfalls zu komplizierte Steuerung über Bewegungssensoren zu vermeiden. Hilfreich beim Energiesparen sind unter anderem per Smartphone steuerbare, energiesparsame Zwischenstecker, die sich ohne Werkzeug bequem anbringen und unmittelbar am Gerät bedienen lassen. Unnötige und langfristig energieaufwendige Standby-Phasen gehören damit der Vergangenheit an.

Waschmaschine und Trockner per App ein- und ausschalten

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WW9000 Crystal Blue Waschmaschine Sinnbild für Funktion und Design: Auf den ersten Blick fällt die Samsung Crystal Blue Waschmaschine mit ihrem großen, tiefblau leuchtenden Bullauge auf, das fast bis zum Rand des Frontrahmens reicht. Die erhöhte Türposition erleichtert das Befüllen und Entnehmen der Wäsche. © Samsung

Auf den Trend „Smart Home“ richten sich zudem immer mehr Hersteller von Haushaltsgeräten ein. Per Funk steuerbare Wasch- und Spülmaschinen sowie Trockner sind bereits auf dem Markt zu finden. Zum Teil kostenlose Apps ermöglichen sowohl Ferneinschaltung und -abbruch als auch die Anzeige der Restlaufzeit. Mit dem Internet verbundene Kühlschränke sind zwar noch eher selten zu finden, verschiedene Unternehmen arbeiten jedoch bereits an verschiedenen Produktideen. Das Angebot an Smart Home-Produkten wächst stetig: Anbieter präsentieren in ihren Onlineshops unter anderem auch netzwerkfähige LED-Leuchten oder drahtlos verbundene, bei der Bewässerung hilfreiche Pflanzen-Wachstumssensoren.

Die Liste der durch App bzw. Smart Home steuerbaren Alltagssituationen lässt sich inzwischen beinahe beliebig fortsetzen. Es finden sich auf dem Markt unter anderem Zahnbürsten, die per App das tägliche Zähnebürsten optimieren und Problemzonen abbilden. Auch Schlafsensoren, die Klang- und Lichtprogramme je nach der Schlafzimmer-Umgebung anbieten liegen bereits im Bereich des Möglichen. Problematisch könnten bei diesen spezialisierten Angeboten noch unter Umständen fehlende, übergreifende Vernetzungsstandards sein.

Viel weist aber darauf hin, dass dieses Problem bald zumeist der Vergangenheit angehören und die Integration in das Smart Home-System unproblematisch möglich sein könnte. Deutlich ausgereift sind die Technologien bereits im Bereich der Unterhaltungselektronik. Über hausweit verwendbare Serversysteme können beispielsweise verschiedene Medien, darunter Musik, Fotos und Filme, abgerufen werden. Dabei kommen herstellerübergreifende Technologien wie „Universal Plug and Play“ (UpnP) oder „Digital Living Network Alliance” (DLNA) zum Einsatz. Die Übertragung erfolgt zumeist per W-Lan, ist aber auch beispielsweise per Kabel über FireWire oder Ethernet möglich.

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Smart TV Inhalte von Tablet und Smartphone können Nutzer spielend auf den großen TV-Bildschirm übertragen. Je nach Modell stellen Samsung Smart TVs sogar bis zu vier Apps gleichzeitig dar, sodass Nutzer bequem surfen, Fotos betrachten oder in sozialen Netzwerken kommunizieren können. © Samsung

Smart Home: In zehn Jahren in vielen Haushalten Standard

Kritisiert werden freilich manche Smart Home-Systeme noch wegen Bedenken im Bereich der Datensicherheit. So ist nicht jedes System umfassend verschlüsselbar. Forscher der Universität des Saarlandes haben zudem entdeckt, dass bei manchen Systemen grundlegende Sicherheitsvorkehrungen nicht voreingestellt sind, beispielsweise die Authentifizierung oder die Passwortsicherheit. Doch wer hier auf gehobene und anspruchsvolle Systeme setzt, kann unangenehme Überraschungen einfach und schnell vermeiden.

Dafür ist es unter anderem notwendig zu überprüfen, ob die Authentifizierung in einzelnen Bereichen auf „optional“ gesetzt ist – diese kann unter Umständen nur beim Türschloss richtig aktiviert sein. Doch nicht nur die IFA 2014 hat gezeigt, dass Entwickler hier kontinuierlich und schnell an innovativen Lösungen arbeiten. Da verwundert es wenig, welche Prognosen bereits geäußert werden. Experten sagen unter anderem voraus, dass sich Smart Home  in den kommenden zehn Jahren in den deutschen Haushalten durchsetzen wird.

EXKLUSIV / Johannes Schüller

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