Baron von Bossner über Liebe & Arbeit

Baron von Bossner
Baron von Bossner © Golden Mile GmbH

Der russische Geschäftsmann Konstantin Loskutnikov, alias Baron von Bossner, vertreibt von Berlin aus edle Schokolade, hochwertige Zigarren, erlesene Weine und noble Lifestyleprodukte. Im Interview mit „Exklusiv Immobilien in Berlin“ verrät er sein Erfolgsgeheimnis. 

Sie leben seit 25 Jahren in Berlin. Womit haben Sie Ihre berufliche Karriere begonnen – waren es schon damals Ihre bekannten Zigarren?

Baron von Bossner: Nein, damals war es sehr hochwertige Schokolade. 

Mittlerweile haben Sie eine Vielzahl von erstklassigen Produkten im Sortiment. Gehört die Schokolade immer noch zu Ihren Hauptprodukten?

Von 1992 bis 1998 war die Schokolade das umsatzstärkste Produkt in unserem Unternehmen. In den Zeiten der großen Krise sind viele Produktionsstätten für Schokolade bankrott gegangen u. a. leider auch unsere. Das, was sich jetzt zwischen der EU und Russland abspielt, ist eine Wiederholung der Ereignisse von 1998. 

Was ist 1998 passiert?

Russland war in eine Wirtschaftskrise geraten. Der Dollar war von einem Tag auf den anderen um viermal höher gewertet, bzw. die Russische Währung wurde um viermal entwertet. (Bsp. 1 Dollar war 6 Rubel wert, dann plötzlich 24 Rubel). Damit war es nicht wirtschaftlich deutsche Produkte zu importieren. Circa zwei Jahren später, als die Krise wieder vorbei war, konnten die deutschen Firmen, einschließlich meiner, nicht mehr auf den Markt zurückkehren, weil die Plätze von in Russland neu gegründeten Firmen innerhalb der zwei Jahre belegt wurden.

Verzeichnen Sie in Ihrem Umsatz große Unterschiede zwischen West- und Osteuropa?

Ich würde sagen 1:10, wobei die 10 für Russland steht.

Sie sitzen aber mit Ihrer Firma in Berlin?

Früher haben wir verschiedene Produkte in China gefertigt, dann nach Deutschland importiert und nach Russland exportiert. Der ganze Gewinn blieb hier in Deutschland und auch die ganzen Steuern wurden in Deutschland gezahlt. Wir haben auch Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Als die Krise angefangen hat und viele Produkte nicht von Deutschland nach Russland exportiert werden konnten, mussten wir die Ware direkt von China nach Russland verschiffen, der Gewinn blieb dann in China und Russland. Es ist die Frage, wem hat die deutsche Politik mehr geschadet, uns in Deutschland oder Russland? 

Die deutschen Wirtschaftseckdaten sind mit die besten und stabilsten in der Welt, was nicht heißt, dass die Sanktionen richtig sind, aber so wie die deutsche Wirtschaft geführt wird, ist sie doch recht erfolgreich, im Vergleich zur restlichen Welt.

Klar, Griechenland, Spanien oder Portugal, die sagen natürlich: In Deutschland ist alles super. Aber wenn in einem Haus eine Wand aus Beton ist und eine andere Wand fängt an auseinanderzufallen, hält das Dach dennoch. Und die eine Wand, die jetzt Deutschland darstellt, wird eine Zeit lang das Dach halten, aber nicht für immer. 

Ich bin ganz bei Ihnen, dass heutzutage ganz viele Risiken in der Welt, insbesondere in Europa, herrschen. Lassen Sie uns aber nicht nur über Weltpolitik, sondern auch über Ihr Unternehmen Bossner reden. Sie sind selbst ein passionierter Zigarrenraucher. War das ein Grund, Zigarren selbst zu vermarkten?

Wir hatten im Juni 1998 eine Reise in die Dominikanische Republik gebucht. Im August begann die Krise, viele Firmen in Berlin gingen bankrott. Wir sind dennoch in die Dominikanische Republik geflogen, um uns neu auszurichten. Wenn ein Mann Schulden hat, fängt die Depression an. Ich bin um 2 Uhr morgens erst eingeschlafen und um 4 Uhr schon wieder aufgewacht, ich habe keinen Schlaf mehr gefunden. Im Hotel gab es jemanden, der Zigarren gerollt hat, alle haben dort Zigarre geraucht. Bis dahin hatte ich eine oder zwei Zigarren in der Woche geraucht, in diesem Urlaub bis zu fünf am Tag! Am dritten Tag bin ich um zehn Uhr eingeschlafen und habe bis sieben Uhr durchgeschlafen. Zigarren enthalten ein natürliches Antidepressivum! Da hab ich mir überlegt, selbst Zigarren herzustellen, so hat dieses Geschäft angefangen. 

Ist das nur Ihre ureigene Sichtweise oder ist das erwiesen?

Unter Zigarrenrauchern gibt es eine Meinung, die ich voll unterstütze. Es gibt Antitabakkampagnen in der ganzen Welt, die kosten Milliarden. Das hängt auch mit der Pharmaindustrie zusammen, denn Leute die gesund sind, bringen nix ein. Die Pharmaindustrie verdient, wenn die Leute krank sind. Je mehr Leute Depressionen haben, umso mehr Antidepressiva können verkauft werden. Es ist auffallend, dass Zigarrenraucher weniger Depressionen haben. Ich kann nur für mich sprechen, je mehr die Leute Zigarren rauchen, desto weniger Probleme haben sie. Die Krise von 2008 war noch schlimmer als 1998 und ich hatte keine depressiven Anflüge. Das lag an den Zigarren.

In Berlin sind Sie am bekanntesten für Ihre Zigarren. Ist das auch Ihr Hauptstandbein?

Man kennt mich für all meine Produkte, da ich schon seit 25 Jahren hier bin. 

Ich sehe auch hier in Ihrem Büro hauptsächlich Zigarren.

Ja, aber nicht nur. Hier sind auch Ikonen, die wir an die Kirche verschenken. 

Handeln Sie auch mit Ikonen?

Nein, die Ikonen verschenken wir, z.B. an den russisch-orthodoxen Erzbischof Feofan von Berlin. Es stehen auch welche in den Kirchen von Rostock, St. Petersburg und sogar Buenos Aires. 

Sie engagieren sich stark im Club ROM (Club der Russisch-Orthodoxen Mäzenate e.V.), der Menschen in Not hilft. Engagieren Sie sich auch noch anderweitig wohltätig?

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© Golden Mile GmbH

Ich unterstütze ein Theater- und Kinostudio für Kinder, das nennt sich „Telekompaschka“. Etwa 50 bis 60 Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren erarbeiten kleine Stücke zum Erhalt und zur Entwicklung der russischen Sprache bei den im Ausland lebenden russischen Kindern. Wir haben vor einigen Jahren sogar einige Folgen für das russische Fernsehen aufgenommen. 

Was möchten Sie unseren Lesern abschließend noch sagen?

Ich wünsche Ihnen zwei Dinge: Liebe und Arbeit, wobei die Arbeit auch eine Form der Liebe ist. 

Das Interview führte Ulrich Barz vom Magazin „EXKLUSIV – Immobilien in Berlin“

 

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