Die Küche zum Wohlfühlen

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© Dross&Schaffer Küchen

7 Tipps für mehr Wohnlichkeit im Küchenraum

Die Küche wird heutzutage in vielerlei Hinsicht diskutiert: welches Design ist angesagt, wie viel Anwendung findet das Smart Home, wie spielen Ästhetik und Funktionalität zusammen? Doch was davon zählt wirklich, wenn Sie nach einem langen Arbeitstag in Ihr Zuhause zurückkehren, Ihre Tasche auf die Küchenanrichte fallen lassen und den Kühlschrank öffnen? Richtig: das Wohlgefühl.

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Was führt dazu, dass Sie sich in Ihrer Küche rundum wohlfühlen? Ganz klar: hier muss Persönlichkeit ins Spiel. Eine Küche steckt voller Emotionen. © Ekaterina Bolovtsova

Eine Küche ist ein Ort voller Emotionen, an dem Sie sich gerne aufhalten sollten. Ein Raum, der Geborgenheit und Loslassen verspricht; in dem Lebenspläne geschmiedet und Lieblingsgerichte gekocht werden. Wir lachen, weinen, diskutieren, essen, reden und kommen zusammen in der Küche. Eine Küche, die derart viele Emotionen auslösen kann, muss mit eben solch einem Fingerspitzengefühl auch geplant werden. Doch wie sieht sie aus, die Küche zum Wohlfühlen?

Die Küche zum Wohlfühlen: eng an persönliche Vorlieben gekoppelt

Für jeden bedeutet Wohlgefühl natürlich etwas anderes, vor allem im Kontext der Küchenplanung. Der eine fühlt sich von Helligkeit und Platz beflügelt, der andere von weichen Textilien und vertrauter Haptik. So manch einer freut sich, wenn jedes Werkzeug am richtigen Platz sitzt und zum Kochen griffbereit ist, anderen legen Wert auf Pflanzen und Kräuter in der Küche, die Frische und Lebendigkeit signalisieren. Das Wohlgefühl ist stets eng an unsere persönlichen Vorlieben gekoppelt, weil es ein Gefühl von Vertrautheit, Selbstbestimmung und Zuhause auszulösen vermag.

DIE Küche zum Wohlfühlen gibt es nicht. Eine puristische Küche mag von manchen als kühl und lieblos empfunden werden, während viele Menschen genau jene klare, geometrische Linienführung und Aufgeräumtheit bevorzugen. Hier wird das Wohlgefühl über ein besonderes Bild an der Wand oder eine kostbare Natursteinarbeitsplatte erzeugt, die mit ihrer Fläche und Haptik zum Arbeiten einlädt. Andere sind dem modernen Landhausstil angetan, der unserem Gefühl von „Gemütlichkeit“ entspricht und durch runde, verspielte Formen Ruhe ausstrahlt.

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Eine halbeingefasste Küche vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit und lässt sich dennoch zum Raum hin öffnen. Farben können raumübergreifend geplant werden. © stock/ ykvision

Planen Sie Ihre Küche zum Wohlfühlen: 5 Themen und 7 Tipps zur Verwirklichung

Dennoch gibt es im Rahmen einer Küchenplanung oder Renovierung einige Faktoren, mit denen sich dieses Wohlgefühl zuverlässig erzeugen lässt – ganz unabhängig vom eigenen Geschmack und über alle Küchenstile erhaben. Das betrifft räumliche Begebenheiten ebenso wie den Feinschliff durch Accessoires. Wir haben für Sie recherchiert, mit welchen architektonischen und psychologischen Tricks Sie eine Küche zum Wohlfühlen entwerfen.

1 – Die Größe des Küchenraums

Mit dem einzelnen Raum verhält es sich wie mit der gesamten Wohnung: ist er zu klein, fühlen wir uns eingeengt, ist er zu groß, kommt kein Gefühl von Verbindlichkeit auf und wir fühlen uns verloren. Ideal ist daher eine Küche, die halboffen von drei Seiten eingefasst wird und uns ein Gefühl der Raumtrennung vermittelt, ohne dabei wirklich eine Tür schließen zu müssen.

Gern wird der Übergang in den offenen Wohnraum mit einer unterschiedlichen Wand- und Bodengestaltung markiert, also beispielsweise nüchterner Estrich in der Küche und warmes Parkett im Wohnbereich verlegt. Doch auch, wer raumübergreifend auf einheitliche Materialien für die Innengestaltung setzt, wird sich mit einer herausgearbeiteten Nische für die Küche wohlfühlen, die ihre Präsenz im Raum anschließend über Farbe und Ausgestaltung beweisen kann.

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Diese Küche ist minimalistisch, aber leider auch unpersönlich eingerichtet. Es fehlt an Esprit, Charme – und Farben. © stock/ Max Vakhtbovych

Wer eine Eigentumswohnung oder Mietswohnung bezieht, kann – anders als beim eigenen Haus – hingegen kaum bei der Raumgröße und Raumaufteilung mitreden. Immerhin hat die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) bekanntgegeben, dass 90% aller Neubauten, ganz gleich ob Haus oder Wohnung, mittlerweile mit einer offenen Küche ausgestattet sind.

Tipp 1: Gute Kniffe, um die Küche dennoch nicht zu präsent wirken zu lassen, sind beispielsweise die flächenbündige Integration des Hochschranks in eine Trockenbauwand oder das Arbeiten mit sogenannten „Pocket-Schränken“. Hierin können Kleingeräte, die „nach Arbeit aussehen“ (Kaffeemaschine, Saftpresse, Toaster, Brotschneider) verschwinden und nur bei Bedarf herausgeholt werden.

Tipp 2: Ein tolles innenarchitektonisches Konzept ist auch der Einsatz „schwebender“ Küchenelemente. Ganze Küchenzeilen können als Block wandhängend befestigt werden und fügen sich so leicht und elegant in die Raumstruktur ein. Das funktioniert natürlich auch mit Einbaugeräten, die im quadratischen Kubus montiert oder flächenbündig in eine Wand integriert werden.

Tipp 3: Optisch größer hingegen wirkt ein Küchenraum, wenn der Stauraumschrank bis unter die Decke gestreckt wird. Eine lässige und zugleich funktionale Art, die Kücheninsel zu vergrößern, ist die überkragende Arbeitsplatte, deren frei schwebendes Ende in Kombination mit Barhockern als Esstisch genutzt werden kann.

 

2 – Das Licht im Küchenraum

Einfallendes Tageslicht ist der beste Stimmungsaufheller. Wo das nicht möglich ist, sollten verschiedene Lichtquellen eingesetzt werden, um eine Küche zum Wohlfühlen zu gestalten. Man unterscheidet hierbei zwischen Arbeitslicht (kühl, klar, konzentriert), Akzentlicht (punktuell ausgerichtet) und Atmosphärenlicht (stimmungsvoll, indirekt). Während Spotlights in der Küche oder auch raffiniert in Szene gesetzte Pendelleuchten schon immer Teil einer Planung waren, sind Akzentleuchten als Trend auf dem Vormarsch.

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© Poggenpohl

Tipp 4: Besonders beliebt sind LED-Bänder, die als Unterschrankbeleuchtung beim Küchenregal oder als Nischenbeleuchtung in der Eingriffsleiste der Kücheninsel eingesetzt werden. Auch unterhalb eines monolithischen Küchenblocks werden die Lichtbänder gern eingesetzt, die dadurch das Modul förmlich abheben lassen.

3 – Pflanzen im Küchenraum

Pflanzen tragen überall in der Wohnung zu großem Wohlgefühl bei – schließlich reinigen sie die Raumluft, setzen grüne Farbtupfer in sorgfältige Wohnarrangements und tragen die Natur in unser Zuhause hinein. Tatsächlich sollten Sie auch in der Küche zum Wohlfühlen unbedingt auf Grünpflanzen und Kräuter setzen. Möglich machen das offene Regale, die durch Pflanzen verschönert werden. Ebenso denkbar sind an der Decke oder Wand befestigte Pflanzentöpfe, die den strengen Minimalismus moderner Küchen auflockern.

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Pflanzen in der Küche setzen frische, wohlwollende Highlights. © stock/ Rachel Claire

Doch Vorsicht: nicht jede Pflanze ist den widrigen Bedingungen einer Küche unter Dampf, Hitze und Feuchtigkeit gewachsen. Andere wiederum (z.B. Efeu) sind prinzipiell giftig und sollten daher nur an Stellen eingesetzt werden, die nicht direkt mit Lebensmitteln oder der Arbeitsfläche in Berührung kommen.

Tipp 5: ein Kräuterbeet lässt sich bei einer Küchenneuplanung direkt in das Modul der Kücheninsel integrieren. So haben Sie beim Kochen und Schnippeln stets frische Kräuter aus Eigenzucht zur Hand. Ebenfalls beliebt sind ausgefallene technische Innovationen wie der „Smart Grow“-Kräutertopf von Bosch oder der „agrilution“-Pflanzenkühlschrank von Miele, in denen Salate, Kräuter und Microgreens ganzjährig gezüchtet werden können.

4 – Textilien im Übergang zwischen Kochen und Wohnen

Wenn es eine Sache gibt, die in der modernen Küchenplanung so gut wie nie berücksichtigt wird, sind es Textilien und Stoffe. Das Handwerk des Küchenplaners fokussiert sich auf feste, konkrete Materialien: Mattlack und Laminat, Stein und Holz, Glas und Beton. Wo möglich, werden Oberflächen glatt und porenfrei gewählt, um größtmögliche Hygiene zu erzeugen und Bakterien wenig Angriffsfläche zu bieten. Pflegeleichtigkeit ist oberstes Gebot im Küchenraum. Und dennoch: Stoffe und Textilien geben einem Raum Wärme, Wohnlichkeit und Charakter. Hierfür sind also Sie selbst zuständig.

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Verschiedene Lichtquellen in der Küche führen dazu, dass die Küche multifunktional genutzt werden kann – nicht nur zum Kochen und Essen. © stock/ Max Vakhtbovych

Tipp 6: Im direkten Umfeld zur Küche, wo das Fett spritzt und Gerüche sich festsetzen, machen beispielsweise Vorhänge oder Gardinen wenig Sinn. Schon im Übergang zum Essbereich aber lässt sich ein Teppich integrieren, der Geräusche schluckt und Wohnlichkeit suggeriert. Ebenso markant sind farblich abgestimmte Sitzpolster an den Esszimmerstühlen oder (künstliche) Schaffelle über dem Barhocker, der direkt an die Kücheninsel angrenzt.

5 – Farbpsychologie in der Küche

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Raumpsychologen sagen, dass uns selbst eine farbliche Explosion an Einrichtungsgegenständen nicht „krankmachen“ kann – wir können uns höchstens sattsehen. Andersherum gibt es den Effekt schon: Monotonie in der Einrichtung, ob durch zu wenige Gegenstände oder eine eintönige Farbgebung, unterfordert unsere Wahrnehmung und führt zu Unbehagen und Langeweile.

Die goldene Regel für eine Küche zum Wohlfühlen – die im Übrigen auch auf alle anderen Räumlichkeiten zutrifft – lautet, sich auf drei Farben im Wechsel zu beschränken. Diese Mischung empfinden Menschen als ausgewogen und harmonisch. Beliebt sind beispielsweise Weiß, Schwarz und Braun (Holztöne) für die Küche. Ebenso beliebt sind die Kombinationen Grau, Messing und Marmorweiß; Blau, Grau und Holz oder sanfte Töne wie Weiß, Rosé und Beige.

Tipp 7: besonders beliebt sind derzeit dunkle Küchen, die mit Graphit-Tönen arbeiten und dazu helles Eichenholz einsetzen. Sie sollten für die Lebensdauer einer Küche, die rund 25 Jahre beträgt, jedoch immer auf Ihr Bauchgefühl hören. Finden Sie die nach wie vor klassischste Form aller Küchen, die weiße Küche, am besten, so können Sie farblich immer noch mit Wänden, Böden und Accessoires arbeiten.

Fazit: hören Sie auf Ihr Bauchgefühl für eine Küche zum Wohlfühlen

Der Begriff der Gemütlichkeit wird im Deutschen oft gleichgesetzt mit der Sehnsucht nach Wohlgefühl. Tatsächlich ist allein schon das Wort etwas Besonderes, für das es keine zuverlässige Übersetzung in andere Sprachen gibt. Was Sie persönlich gemütlich oder heimelig finden, lässt sich ebenso wenig vorschreiben. Die Küche zum Wohlfühlen ist ein Ort, der Ihre Handschrift trägt und Sie zum Lächeln bringt. Ein Raum, in dem Sie gerne Zeit verbringen – vor allem nach einem langen Arbeitstag.

Redaktionsleitung: Susanne Maerzke

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