Von Köln nach Mailand nach New York – Frühling in der Möbelbranche

Die Stoffe für Sofa und Sessel werden floraler und animalischer.
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Von Köln nach Mailand nach New York: Frühling in der Möbelbranche – Jedes Jahre im April zeigen die internationalen Möbelhersteller, Architekten und Designer auf der Mailänder Möbelmesse die aktuellen Wohntrends, bekannte Klassiker und stellen neue Kooperationen vor.

Einen Monat später, vom 16. bis zum 19. Mai, werden mehr als 700 Unternehmen und Aussteller in New York bei der 27. ICFF, eine der größte Möbelmessen für Nordamerika, die Trends aus den Bereichen zeitgenössisches Design, Sofa, Teppichen, Beleuchtung, Outdoor Möbel, Textilien und Tapeten präsentieren. Es sind neue High-Tech-Materialien, knallige Farben und organisch fließende Formen zu erwarten. Auch im Bereich der Immobilienwirtschaft wird das Segment der Interior-Planung als Serviceleistung immer wichtiger.

Textilien gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Gestaltung von Möbeln, Wänden und Böden. Wie in der Mode, so werden die Stoffe für Sofa und Sessel floraler und animalischer. Das Haus Missoni überzieht die Böden, Fenster und Plaids mit weichen Zickzack-Mustern. Die aktuelle Stoffkollektion von Jean Paul Gaultier, in Kooperation mit der französischen Stoffmanufaktur Lelievre, zeigt Urbane Szenen, Graffiti und afrikanische Motive.

Im Gegensatz dazu sind die Stoffe aus dem Hause Sonia Rykiel den 1950er und 60er Jahren, mit kleinen geometrischen Mustern und gedämpften Farben, verpflichtet und ergänzen den Vintage-Look der Sofa- und Sesselkollektion „Ingrid“ von Roche Bobois. Auch die französische Möbelmarke Ligne Roset zeigte auf der Kölner Möbelmesse im Januar 2015 Reeditionen von Pierre Paulin. Das Model „Daybed“ aus dem Jahr 1953 ist sowohl Sofa als auch Schlafsofa und eine echte Wiederentdeckung der Konzentration auf das Wesentliche in der Form und den Materialien.

Nachdem die Themen Küche und Essen in den vergangenen Jahren in den Fokus der Innenarchitekten gerückt war, wird zukünftig das Thema Sofa dominieren. Sowohl für den Bereich der Outdoor-Möbel als auch dem klassischen Living Room wurde in den vergangenen Jahren das Sofa neu konzipiert.

Große Sitz- und Liegelandschaften geben neue Impulse, ebenso wie modulare Systeme. Sowohl die Formen als auch verarbeiteten Materialen tragen dem Wunsch ein Gefühl von Geborgenheit zu spüren Rechnung. Das subjektive Sitzgefühl und die unterschiedlichen Nutzungsfunktionen, ob das Sofa für den offizielleren Hauptwohnraum oder das private Wohnzimmer sind, spiegeln sich in dem aktuellen Formenreichtum wieder. Im Bereich des Designs sind minimalistische Formen ebenso gefragt, wie Sofa mit besonderen Sitztiefen für ein entspanntes Sitzen. Komfort und Verarbeitung gehen eine besondere Verbindung ein, wenn die Bezugsmaterialien mit der Polsterung und dem gewünschten Sitzkomfort abgestimmt werden können.

Nachdem die Kunden die Erfahrung gemacht haben, das der Sofakauf keine einmalige Investition im Leben darstellt, wird mit Vorliebe auf Leder verzichtet und das weiche Gefühl von Stoff bevorzugt. Besonders die Opulenz und Geschmeidigkeit von Samt gewinnt zunehmend an Attraktivität und ergänzt sich aufs vortrefflichste mit Gold, Bronze und Silber. Die Metalle hatten in den vergangenen Jahren den Siegeszug im Bereich der Beistelltische, Couchtische und Wohnaccessoires angetreten.

Die heutigen Polstertextilien verfügen über hervorragende Abriebwerte und halten auch stärkerer Beanspruchung stand. Je nach Polsterung, ob mit Federn und Daunen oder eine Verarbeitung von unterschiedlichen Schäumen, stets sollte darauf geachtet werden, dass die Materialien den Nutzungsansprüchen gerecht werden. Auch die Möglichkeit den Bezug leicht abzuziehen und zu reinigen sind Eigenschaften, die beim Kauf eines Sofas mit Textilbezug nicht vernachlässigt werden dürfen.

Die Formen der Sofaentwürfe orientieren sich derzeit an bereits bekannte Designs. Ein bodennahes Sitzen kennzeichnet die Entwürfe der 1970er Jahre, wie das Model Togo von Ligne Roset und Mah Jong von Roche Bobois.

Daneben setzen die italienischen Premium-Möbelhersteller auf kubische Formen, mit dünnen Sitzauflagen, schlanken Beinen und niedrigen Rückenlehnen. Die Sofa werden in sämtliche Tönen der erdigen Farbpalette rund um Taupe eingekleidet aber auch kräftige Farben wie Rubin, Jade und Azur sind auf dem Vormarsch. Der Mut zur Farbe wird mit Wohlfühlfaktoren und dem Gefühl von Einzigartigkeit belohnt. In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass Farben nicht nur einen Raum optisch verändern, sondern auch Emotionen auslösen und besonders in den Wintermonaten ein Balsam für die Seele sind.

Das Thema Schlafsofa wird auch in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen. Sämtliche Versuche, das Sofa im Hauptwohnraum so zu gestalten das es funktional und schön zugleich ist, sind gescheitert.

Verzichten Sie nicht auf ein schönes und gemütliches Sofa und gönnen Sie ihren Gästen eher ein vollwertiges Bett im Gästezimmer.

Auch ein Sessel mit Schlaffunktion kann eine Lösung darstellen. Die Designwelt schaut gespannt nach New York und in den deutschen Showrooms können im Sommer die aktuellen Trends der Messen geprüft, bestaunt und gekauft werden.

Von Köln nach Mailand nach New York – Frühling in der Möbelbranche
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