Wem gehört die Zukunft?

Dr. Alexandra von Stosch
Dr. Alexandra von Stosch © Artprojekt Gruppe

Stadt oder Land? Beiden zusammen!

Auf der Architekturbiennale in Venedig 2019 sagte mir die damalige Berliner Bausenatorin Katrin Lompscher mit verblüffender Offenheit: „Ich sehe wenig Bedarf für Nachverdichtung oder massiven Neubau in der Stadt! Das tut Berlin nicht gut. Vor den Toren Berlins ist doch viel Platz!“ Kein Wunder, dass in den vergangenen Jahren viel zu wenige Wohnungen entstanden und die Preise davongaloppiert sind!

Immer mehr Berliner zieht es jetzt ins Umland: Corona hat das flexible Arbeiten für viele möglich gemacht, Wohnungen sind außerhalb der Stadt bezahlbarer, meist digital gut angeschlossen und von zauberhafter Natur umgeben. Brandenburg hat als Naherholungsgebiet mit über 3.000 Seen einiges zu bieten! Dort gibt es großräumige Schutzgebiete, wie den Nationalpark, drei Biosphärenreservate und zehn Naturparks. Die Luft ist gut und die Lebensqualität hoch. Bereits 2017 verkündete das Zukunftsinstitut um Matthias Horx einen neuen Gegentrend zum Megatrend Urbanisierung. Der Entwicklung der viel zitierten Landflucht steht nun das Phänomen der Stadtflucht gegenüber. Diese Wörter haben vor dem aktuellen Geschehen in der Ukraine inzwischen einen anderen Klang und bergen neue Herausforderungen: Anstelle der prognostizierten 20.000 Geflüchteten insgesamt, sind wir nun bei 20.000 an einem Wochenende. Und auch hier müssen Berlin und Brandenburg zusammenwachsen.

Egal, wie viel die Politik aktuell in der Stadt bauen möchte: Die Eroberung der Gebiete jenseits des Metropolen-Speckgürtels ist jedenfalls unumkehrbar. Die aktuellen Bodenrichtwerte der Region sprechen für sich. Die Eröffnung des Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und Industrieansiedlungen, wie unter anderem Amazon, Tesla, haben die Region wachgeküsst, die Politik hat „Innovationskorridore“ eingerichtet, die von Adlershof bis zur Lausitz reichen. 

Als Artprojekt sind wir schon seit vielen Jahren im Südosten Brandenburgs engagiert. In Bad Saarow haben wir mit den Kurpark Kolonnaden den Ortskern des hundertjährigen Villenkurortes gebaut. Mit dem Marina Resort by David Chipperfield Architects mit Wohnungen und Grand Hotel beginnen wir eine ganz neue Entwicklung rund um den Scharmützelsee. Bad Saarow hat aufgrund der Nähe zu Berlin und der hohen Lebensqualität das Potenzial, die „Hamptons von Berlin“ zu werden. Die Nachfrage nach den hochwertigen Wohnungen war für uns der Beweis, dass wir in eine neue Phase treten, dass Berlin und Brandenburg zunehmend zu einer Metropolregion verschmelzen, die endlich das bietet, was auch den Reiz von New York, London oder Paris ausmacht: das charmante Zusammenspiel von Stadt und Umland!

Das geht übrigens auch nachhaltig: 70 % aller Lebensmittel in unseren Restaurants kommen schon jetzt aus einem Umkreis von weniger als 70 km. Dafür haben wir in Storkow die Fischerei Köllnitz – die älteste Fischerei Brandenburgs – gekauft und um ökologische Landwirtschaft zum Naturgut Köllnitz erweitert. Am Teltowkanal in Tempelhof schaffen wir mit dem Food Campus Berlin eine Innovationsplattform für die Ernährung der Zukunft. Von alternativen Proteinen bis hin zu Food-Handwerk 4.0 treffen sich hier Forschung, Start-ups und Industrie unter einem Dach. Eine Food- Factory in Brandenburg folgt. Der „Innovationskorridor“ lebt, in der Stadt und auf dem Land!

Herzlichst, 

Ihre Alexandra von Stosch
Geschäftsführerin und Sprecherin
der Unternehmensgruppe
Artprojekt Entwicklungen GmbH

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