Urbane Wärmewende

Be smart
© Ramdlon / pixabay.com

Herausforderungen für die neue Bundesregierung

Beim GASAG WARM-UP diskutierten Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen, und Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, zum Thema „Urbane Wärmewende – Herausforderungen für die neue Bundesregierung“.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, rät von Technologieverboten im Hinblick auf die Wärmewende ab: „Wenn eine Technologie verboten wird, zum Beispiel die gasbetriebene Heizung, birgt das das Risiko, Technologieoptionen frühzeitig zu verschließen. Die Option, Moleküle wie zum Beispiel Wasserstoff oder Biogas auch im Wärmebereich nutzbar zu machen, sollte offengehalten werden. Wenn wir mit dem Hochlauf anderer Technologien nicht schnell genug vorankommen, riskiert man dadurch das Erreichen der Klimaziele. Die Empfehlung daher ist, diesen Fragen noch etwas Raum für Analyse und Betrachtung zu geben. Aktuell sind viele Akteure vor Ort dabei, diese Optionen in den Kommunen zu prüfen.“ An die Berliner Politik gerichtet appelliert Kuhlmann: „Wir müssen Kooperationsmodelle aufbauen und daraus verbindliche Politik ableiten. Ohne diese Kooperation werden wir nicht vorankommen. Das gilt insbesondere auch für die Rolle der verschiedenen Infrastrukturen zum Gelingen von Energiewende und Klimaschutz.“

Bei der Forderung nach der Technologieoffenheit waren sich beide Diskutanten einig, dass da in Deutschland noch Luft nach oben ist. Den Ruf nach der Verantwortung der Kommunen machte Axel Gedaschko, Präsident, Bundesverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen, deutlich: „Wir brauchen einen Plan in den Kommunen, die kommunalen Wärmepläne. Ohne diese Klarheit ist es für Investoren schwierig, langfristig zu planen. Hier sind ganz klar die Kommunen gefordert, dies umzusetzen.“ Zudem ging Gedaschko darauf ein, wie man Soziales und die urbane Wärmewende in Einklang bringen kann: „Vermieter müssen Verantwortung zeigen. Es geht um eine Leistungsverteilung zwischen denen, die viel schultern können und denen, die dies nicht leisten können. Letztendlich ist es eine Subventionierung über Steuergelder. In anderen Bereichen gibt es das längst. Wir müssen Soziales und Klimaschutz endlich zusammendenken.“

„Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass wir 2045, in dem Jahr, in dem wir als Land und Gesellschaft klimaneutral sein wollen, den perfekten Gebäudebestand haben. Das werden wir nicht schaffen. Die Hälfte des Gebäudebestandes wird bis dahin voraussichtlich nicht zukunftsfähig saniert sein – selbst wenn wir die Sanierungsraten verdreifachen. Damit müssen wir bei der Planung der Wärmewende umgehen. Wir werden mit Hybridsystemen arbeiten müssen. Insbesondere in Städten wird es für die dunklen, kalten Wochen des Jahres eine Kombination geben aus elektrisch unterstützten Wärmepumpen und Brennern, die mit grün erzeugten Molekülen betrieben werden. Hier kämpft nicht das alte System gegen ein neues, sondern wir arbeiten alle an einem neuen System, in dem wir grünen Strom und als Speicher- und Transportmedium Wasserstoff brauchen“, bemerkt abschließend Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender der GASAG AG.

GASAG AG

Rate this post
Tags from the story
, ,