Nachfrageboom bei Wohneigentum in Berlin

Einar Skjerven, Geschäftsführer Skjerven Group
Einar Skjerven, Geschäftsführer Skjerven Group © Skjerven Group

In den vergangenen Monaten haben deutsche Banken viele Briefe versandt, wegen nachträglicher Legitimierung unstatthafter Kontoführungsgebühren und weil ab einer niedrigen fünfstelligen
Einlage künftig Negativzinsen verlangt würden. Die Institute machen sich damit bei ihren Kunden nicht beliebt. Anderseits: Haben Sie in den vergangenen Monaten mal bei Ihrem Berater nach einer Immobilienfinanzierung gefragt? Was ohnehin schon günstig war, ist im Jahresverlauf bei vielen Anbietern noch günstiger geworden.

Bei bezugsfreien Eigentumswohnungen hat dies im Frühjahr und Sommer diesen Jahres einen nicht gekannten Nachfrageboom ausgelöst. Denn trotz gestiegener Immobilienpreise waren und sind die monatlichen Raten solcher Angebote oft leichter zu finanzieren als vergleichbare Mietangebote. Hinzu kommt, dass Mietwohnungen in Folge des Berliner Mietendeckels deutlich weniger offeriert wurden als in den Vorjahren. Viele Menschen, die bislang nie daran gedacht haben, in der Mieterstadt Berlin eine Wohnung kaufen zu wollen, fanden sich deshalb beim Notar wieder,
weil Kaufen nicht nur die bessere Alternative, sondern auch die einzige attraktive Möglichkeit zur Verbesserung ihrer Wohnsituation war und ist.

Sofern sie dabei ordentliche Substanz in einer guten Lagen gekauft haben, müssen die Erwerber dabei auch keine Vermögensverluste befürchten, im Gegenteil: Der aktuelle Anlagedruck wird auch in den kommenden Jahren anhalten. Und die Tatsache, dass die Berliner Innenstadt begrenzt ist und nichts an ihrer Beliebtheit verlieren wird, dürfte eine insgesamt erfreuliche Wertentwicklung sorgen.

Doch nicht nur potenzielle Selbstnutzer können von der Anziehungskraft Berlins profitieren. Der zunehmend illiquide Mietwohnungsmarkt führt dazu, dass sich Serviced Apartments bei jungen Menschen als Wohnalternative etabliert haben. Die vielfach sehr mobilen Nutzer:innen orientieren sich dabei weniger am jeweiligen Quadratmeterpreis als an den Leistungen und Möglichkeiten des Angebots. Vom Wäscheservice bis zur Community, in der abends immer noch etwas los ist, gibt es für junge Berufstätige viele Gründe, besser zusammen unter einem Dach zu wohnen als vereinzelt in der Stadt. Insofern öffnet sich bei Serviced Apartments ein attraktives Feld für Menschen, die aktuell ihr Geld nicht mehr auf der Bank lassen wollen.

Herzlichst Ihr

Einar Skjerven
Geschäftsführer Skjerven Group

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