Maximal Minimal!

Nicola Medrow-Bürk, GBP Architekten
Nicola Medrow-Bürk, GBP Architekten © Ailine Liefeld

Micro-Apartments als zeitgemäße Antwort auf die hohe Wohnnachfrage

Berlins Einwohnerzahl wächst stetig – in den vergangenen zehn Jahren um etwa 6,6 Prozent. Der Wohnungsbestand ist im selben Zeitraum lediglich um 3,9 Prozent angestiegen. Noch deutlich stärker als die Bevölkerung ist die Zahl der Studenten in Berlin gewachsen. Etwa 40 Prozent betrug der Anstieg zwischen 2009 und 2019 auf annähernd 200.000 Studierende. Viele davon kommen aus dem ganzen Bundesgebiet oder sogar aus dem Ausland in die pulsierende Hauptstadt und sehen sich mit den Schwierigkeiten des Berliner Wohnungsmarktes konfrontiert.

Micro-Apartments sind dafür die perfekte Lösung. Und das nicht nur für Studenten. Früher träumten die Menschen oft vom Haus mit großem Garten im Grünen. Doch heute hat sich der Trend zum Minimalismus durchgesetzt. Dieser bezieht sich nicht nur darauf, wie viele Dinge wir besitzen, sondern auch darauf, wie viel Wohnraum wir benötigen. In Japan ist diese reduzierte Form zu Leben schon lange Trend. Nun setzt sie sich auch nach und nach bei uns durch, auch wenn sie oft noch mit dem Studentenwohnen verbunden ist. Deshalb entstehen sie auch meist in Mitte und den angrenzenden Innenstadtbereichen.

Die Aufgabe von uns Architekten ist es, auf minimalem Raum maximales Wohngefühl zu schaffen: Die Bereiche für Schlafen, Essen, Lernen und Freizeit müssen sinnvoll kombiniert werden. Durch geschickt platzierte Gestaltungselemente wie Spiegel, Möbel, großzügige Verglasungen und eine ausgeklügelte Beleuchtung erzeugen wir zusätzlich ein deutlich großzügigeres Raumgefühl. Bei Neubauten kann bereits in der Planungsphase die Gestaltung der kleinen Raumwunder detailliert auf die spätere Nutzung abgestimmt werden. Möglich ist aber auch die Revitalisierung von Bestandsgebäuden. Beispielsweise zeigt das Projekt „Wohnen am Frankfurter Tor“, wie sich die komplexen Nutzungsvorgaben des Micro-Wohnens in einer attraktiven urbanen Architektur umsetzen lassen. So können wir nicht nur alte Immobilien modern umnutzen, sondern auch der Wohnungsknappheit in unseren Großstädten entgegenwirken.

Herzlichst Ihre
Nicola Medrow-Bürk
GBP Architekten

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