Gedenktafel für Industriepionier Siegfried Hirschmann in Berlin-Friedrichshain enthüllt

Gedenktafel-Enthuellung-Siegfried-Hirschmann
Innensenator Andreas Geisel, Dr Juergen Leibfried, Tomas S. Hirschmann und Sven Heinemann enthüllen die Gedenktafel für Siegfried Hirschmann © Guenter Schneider

• Siegfried-Hirschmann-Park wird Zentrum eines neuen Stadtquartiers

• BAUWERT schafft 640 neue Wohnungen, eine Kita, über 10.000 m² Büro- und Dienstleistungsflächen sowie einen Park mit 6.000 Quadratmetern

Auf dem Areal der früheren Deutschen Kabelwerke AG in der Boxhagener Straße in Berlin-Friedrichshain ist heute eine Gedenktafel zu Ehren des verstorbenen Firmengründers Siegfried Hirschmann enthüllt worden. In Anwesenheit des Enkels Tomas S. Hirschmann würdigten Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport (SPD), Sven Heinemann MdA (SPD) und Dr. Jürgen Leibfried, Gründer und Vorstand der BAUWERT Aktiengesellschaft, den 1942 im Exil erstorbenen Industriepionier.

Hirschmann gründete 1896 die Deutsche Kabelwerke AG, die zunächst Elektro-, Kabel- und Automobiltechnik herstellte und deren Produkte maßgeblich den Aufstieg Berlins zur wichtigsten deutschen Industriemetropole mitbestimmten. Neben Kabel- und Elektroprodukten erweiterte Hirschmann später sein Portfolio um Gummi- und Kunststoffprodukte. So entstand mit Deka-Reifen einer der ersten und größten Reifenhersteller Deutschlands. Nach der Erweiterung des Industrieunternehmens und dem Bau der Cyklon Maschinenfabrik wurden in den 1920er Jahren unter anderem die motorisierten Dreiräder, die sog. Cyklonette, produziert. Zu Beginn der Naziherrschaft wurde Siegfried Hirschmann verhaftet und 1934 wegen angeblicher Bilanzfälschung verurteilt. Er emigrierte 1939 nach Guatemala, wo seit 1935 bereits Teile der Familie lebten.

Tomas S. Hirschmann: „Dass der Park nach meinem Großvater benannt wird, ist eine bedeutende Sache für unsere Familie. Die Geschichte, die vor mehr als 120 Jahren in Boxhagen begann und durch die Nazis fast ausgelöscht worden wäre, wird mit der Benennung des Parks in der Stadt verewigt und der Name Siegfried Hirschmann wieder gewürdigt.

Den Grund an der Boxhagener Straße hat mein Großvater ab 1894 in mehreren Tranchen gekauft und darauf die Fabrikgebäude des Familienbetriebs errichtet. Die Deutschen Kabelwerke sind stets gewachsen bis die Nazis meinen Großvater zwangen, die Firma zu fiktiven Werten zu verkaufen und aus seinem geliebten Heimatland zu fliehen. Die Vergangenheit und der Schmerz sind vergeben, aber sie sollen und dürfen niemals vergessen werden.“

Sven Heinemann (SPD): „Ich freue mich sehr, dass der Park zwischen Boxhagener Straße und Weserstraße im Herzen von Friedrichshain künftig den Namen des jüdischen Industriepioniers Siegfried Hirschmann trägt. Seine Verdienste für die Berliner Kabel, Gummi- und Autoindustrie sind unbestritten und werden mit der Namensgebung dauerhaft im Stadtraum verankert.“

Die BAUWERT Aktiengesellschaft errichtet auf dem ehemaligen 26.000 Quadratmeter großen Industriegelände das neue Wohnareal BOX SEVEN. Das neu entstandene Quartier beherbergt verschiedene Geschäfte, ein Café, Büroflächen, 100 Kitaplätze sowie 640 Miet- und Eigentumswohnungen. Das Zentrum des Wohnquartiers bildet der öffentlich zugängliche Siegfried-Hirschmann-Park mit einer Größe von rund 6. 000 Quadratmetern.

„Wir möchten nicht nur bauen, sondern auch erinnern, an die Geschichte dieses Bauplatzes und die persönlichen Schicksale, die diese geprägt haben“, sagt Dr. Jürgen Leibfried, Gründer und Vorstand der BAUWERT Aktiengesellschaft. “Das Unrecht, das Siegfried Hirschmann geschehen ist, soll ebenso wenig vergessen werden, wie seine persönliche Lebensleistung. Menschen wie er haben den Grundstein gelegt für die Entwicklung Berlins zu einer einzigartigen Metropole im Herzen Europas.“

Gedenktafel für Industriepionier Siegfried Hirschmann in Berlin-Friedrichshain enthüllt
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