Business as usual? Stabiles drittes Quartal am Berliner Büromarkt

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Stabile Umsatzdynamik trotz(t) Corona

Nach Analysen von Aengevelt Research erzielte der Berliner Büromarkt in den ersten drei Quartalen 2020 einen Büroflächenumsatz (inkl. Eigennutzer) von rd. 498.000 m². Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Rekordjahres 2019 (Q1-Q3 2019: 740.000 m²) bedeutet dies zwar einen Rückgang um rd. 33%. Im Vergleich zum Dekadenmittel (Ø Q1-Q3 2010-2019: 508.000 m² p. a.) sind es dagegen lediglich -2%. Zudem liegt Berlin damit einmal mehr auf Platz eins der deutschen Büromärkte, gefolgt von München (rd. 480.000 m²). Bemerkenswert ist dabei, dass der Berliner Büroflächenumsatz ungeachtet der Krise im dritten Quartal 2020 mit rd. 187.000 m² nahezu das langjährige Mittel (Ø Q3 2010-2019: 188.000 m²) erreicht. Dabei muss zudem berücksichtigt werden, dass insbesondere das Vorjahresquartal (Q3 2019) mit 355.000 m² als absolutes Rekordquartal das langjährige Mittel markant nach oben erhöht hat.

Für das Gesamtjahr 2020 prognostiziert Aengevelt Research für Berlin einen durchaus gesunden Büroflächenumsatz um 705.000 m², der damit auf dem Niveau des 10 Jahres-Mittels (Ø 2010-2019: rd. 726.000 m² p. a.) läge.

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Quelle: Aengevelt Research

Moderater Anstieg der Angebotsreserve

Bis Ende 2019 reduzierte sich die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve (bezugsfähig innerhalb von drei Monaten) um 80.000 m² von 360.000 m² auf 280.000 m² Bürofläche. Die Leerstandsquote sank von 1,9% auf nur noch 1,46% bei einem Gesamtbestand von rd. 19,2 Mio. m² Bürofläche. Bis einschließlich Q3/2020 stellt Aengevelt Research eine Trendwende fest: Die Angebotsreserve stieg bis Ende September 2020 moderat auf rd. 355.000 m². Das entspricht einem Anstieg um etwa 17% gegenüber dem Halbjahreswert (Q2/2020: 301.000 m²). Die Leerstandsquote hat sich entsprechend leicht auf 1,82% erhöht. Bis Ende 2020 prognostiziert Aengevelt Research einen weiteren moderaten Anstieg der Angebotsreserve auf rd. 375.000 m².

Anziehende Büroflächenfertigstellung

2019 wurden in Berlin rd. 267.000 m² Bürofläche fertiggestellt (Neu-, Um-, Ausbau). Auch wenn das Volumen 2018 (knapp 300.000 m²) etwas höher lag: Der 2019er Wert übertrifft immer noch das 10 Jahres-Mittel (Ø 2010-2019: rd. 199.000 m² p. a.). Für das Gesamtjahr 2020 zeichnete sich vor der Corona-Krise ein deutlich anziehendes Fertigstellungsvolumen von bis zu 750.000 m² ab. Hiervon ist in den ersten drei Quartalen bislang erst rund ein Drittel fertiggestellt worden. Angesichts der aktuellen Corona-Entwicklungen sind aufgrund von Baustopps etc. nun doch Verzögerungen in größerem Umfang und damit eine deutlich geringere Fertigstellung im Jahr 2020 möglich.

Mietpreisniveau weiterhin stabil

Die gewichtete Spitzenmiete bleibt im dritten Quartal 2020 weiterhin stabil und stellt sich Ende September 2020 auf rd. EUR 39,–/m². Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Ende September 2019: EUR 37,–/m²) bedeutet dies einen Anstieg um 5,4%. Die mittlere Miete in Citylagen stieg innerhalb von zwölf Monaten ebenfalls: von EUR 27,50,–/m² (Ende September 2019) auf ca. EUR 29,50,–/m² Ende des dritten Quartals 2020. Angesichts des immer noch sehr geringen Leerstands prognostiziert Aengevelt Research für den weiteren Jahresverlauf eine weitgehend stabile Spitzenmiete um EUR 39,–/m².

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