Bundesverfassungs­gericht fällt historisches Urteil

Raik Oliver Heinzelmann
Raik Oliver Heinzelmann Vorstand IGP Advantag AG © Advantag Services GmbH

Klimaschutz wird zur Aufgabe für Immobilienbranche

Ende April hat das Bundesverfassungsgericht ein historisches Urteil gefällt und Klimaschutz damit zur Staatsräson erhoben. Die Richter verpflichteten den Gesetzgeber, bis Ende 2022 die Minderungsziele der Treibhausgasemissionen ab 2031 besser zu regeln. In der Folge des Urteils haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltministerin Svenja Schulze bereits neue Eckpunkte für ein klimaneutrales Deutschland bis 2045 vorgeschlagen, wie zum Beispiel die bereits beschlossene Regelung, dass Vermieter künftig die Hälfte der Kosten für den seit 1. Januar 2021 geltenden CO2-Preis auf Öl und Gas tragen.

Dass unsere Branche eine Führungsrolle beim Kampf gegen den Klimawandel einnehmen muss, liegt dabei auf der Hand: Der Gebäudesektor ist für rund 14 % der Klimagasemissionen verantwortlich, die indirekten und grauen Emissionen hinzugerechnet kommt die Branche auf ein Viertel. Das verdeutlicht: Klimaneutral zu betreiben, ist das eine, es geht auch um den klimaneutralen Bau. Doch natürlich gibt es auch hier Lösungen: Sanieren und Nachnutzen statt Abreißen zum Beispiel – oder mit Holz bauen, das eine um etwa 90 % bessere Klimabilanz aufweist als etwa Stahl oder Beton. Und schon die Planungen sollten gut durchdacht werden, etwa durch digitale Planungstools wie [überbau], um unnötige Baggerfahrten, Abfälle und LKW-Transporte zu vermeiden, die noch dazu aufgrund der CO2-Besteuerung immer teurer werden. 

Auch wir bei der IGP Gruppe folgen dieser Aufgabe und setzen bei der Entwicklung unserer neuen Projekte auf zukunftsweisende Energie-, Entsorgungs- und CO2-Konzepte, um den energetischen Fußabdruck sowie die monatlichen Betriebskosten der Immobilien deutlich zu reduzieren. Ein Beispiel dafür ist der CO2-neutrale „greenovation campus“, der in Berlin-Zehlendorf sowie in Essen entstehen soll. Das Gebäude beherbergt neben Büroflächen auch Werkswohnungen, Fitness und Gastronomie und entsteht in Holzhybridbauweise, die über den umweltbewussten Aspekt der Nutzung nachwachsender Rohstoffe auch eine variable Grundrissgestaltung zulässt. Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit sind also keine Gegensätze, im Gegenteil: Wer jetzt nicht ökologisch baut oder saniert, riskiert den Wert seines Gebäudes in der Zukunft.

Herzlichst Ihr Raik Oliver Heinzelmann, Vorstand IGP Advantag AG

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