Berliner Mietendeckel : verstärkte Nachfrage nach Neubauobjekten

Juliane Mann für PROJECT Immobilien Wohnen AG

Das Thema Mietendeckel sorgt aktuell für zahlreiche Diskussionen und Unsicherheiten. Vor allem Interessenten, die eine Immobilie erwerben und sie anschließend vermieten möchten, reagierten zuletzt zurückhaltend bis verunsichert. Daher begrüßen wir den neulich vom Berliner Senat beschlossenen Gesetzesentwurf, der nun für Klarheit sorgt. Formal wird das Gesetz noch geprüft und wird voraussichtlich im Laufe des ersten Quartals 2020 in Kraft treten.

Der Gesetzesentwurf regelt die Vorschriften zur Mietenbegrenzung (kurz Mietendeckel) neu. Darin wird eine Obergrenze für die Nettokaltmiete für Wohnraum festgelegt, abhängig vom Baujahr darf diese 3,92 Euro bis maximal 9,80 Euro pro Quadratmeter betragen. Ebenfalls gibt es einen Erhöhungsstopp der Mieten für fünf Jahre.

Doch es gibt Ausnahmen von der Regelung. Nicht betroffen sind Wohnungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus (sogenannte „Sozialwohnungen“), Trägerwohnungen sowie Wohnungen in Wohnheimen.

Auch Neubauten, die erstmals nach dem 1. Januar 2014 bezugsfertig waren, bleiben vom Mietendeckel ausgeschlossen. Auch bei einer möglichen Verlängerung des Mietendeckels nehmen wir an, dass Neubauten weiterhin unberührt bleiben werden.

Unserer Einschätzung nach schafft diese Entscheidung des Senats noch mehr Anreiz für den Kauf einer Neubauimmobilie – ob zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage. Die Gründe liegen auf der Hand: Durch die Begrenzung der Mieteinnahmen ist davon auszugehen, dass sich Modernisierungen und Sanierungen im Bestand bedeutend reduzieren und damit die Qualität von Bestandswohnungen merkbar sinkt. Durch diesen zu erwartenden Qualitätsverlust wächst zum einen der Wunsch nach Eigentum. Zum anderen sind Neubauten, die vom Mietendeckel unberührt bleiben, im Hinblick auf die erzielbaren Renditen attraktiver für Investoren.

Wir sind uns daher sicher, dass Immobilienkäufer verstärkt auf Neubau setzen werden – das bestätigen auch unsere aktuellen Verkaufs- und Anfragenzahlen. Damit sehen wir uns nicht zuletzt auch in unserem Geschäftsmodell bestärkt, uns ausschließlich auf Neubauprojekte zu konzentrieren. Seit knapp 25 Jahren realisieren wir mittlerweile Wohn- und Gewerbeimmobilien in den Metropolregionen Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Rhein-Main, Rheinland und Wien. In der Metropolregion Berlin haben wir bereits 29 Projekte mit über 1.750 Wohneinheiten realisiert. Über 30 weitere Objekte mit mehr als 2.000 Wohneinheiten befinden sich im Verkauf oder in Planung. Unserer Einschätzung nach stellen solche Neubauprojekte einen wichtigen Weg dar, der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken. Gerade für Berlin ist es von großer Bedeutung, neuen Wohnraum zu schaffen. Daher halten wir es für absolut richtig, Neubauten vom Mietendeckel auszuschließen.

Juliane Mann, Vorstand Vertrieb und Marketing der PROJECT Immobilien Wohnen AG