Bebauungspotentiale am früheren Checkpoint Charlie sind neu auszuloten!

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Berlin Checkpoint Charlie Foto: Wilhelm Rosenkranz Lizenz: CC BY 2.0

Die Architektenkammer Berlin setzt sich dafür ein, an dem stadträumlich bedeutsamen und historischen Ort der ehemaligen Grenzübergangsstelle Checkpoint Charlie eine ­öffentliche Diskussion in Form eines offenen Wettbewerbes mit einem transparenten Beteiligungsverfahren zu gewährleisten.

„Das gewählte und bisher in der Presse angekündigte Verfahren greift unserer Auffassung nach wie vor viel zu kurz“, meint die Präsidentin der Architektenkammer Berlin Christine Edmaier.

„Wir fordern die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen auf, sich mit uns gemeinsam für die Durchführung eines städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerbs für beide Grundstücke westlich und östlich der Friedrichstraße zu engagieren.“

Die Architektenkammer Berlin hatte sich mit diesem Anliegen bereits vor einigen Wochen an den Regierenden Bürgermeister gewandt. Damit hat sich die Architektenkammer den Empfehlungen des Landesdenkmalrates angeschlossen, der zudem eine vertiefte historisch-städtebauliche Analyse und eine präzise Denkmalausweisung durch das Landesdenkmalamt angemahnt hatte.

Auch im städtebaulichen Workshopverfahren im August wurde die Möglichkeit einer zusätzlichen Freifläche auf dem Ost-Grundstück gefordert. Die beiden Grundstücke müssten stadträumlich zusammen gedacht und Städtebau, Architektur, Freiraum, Verkehr, Tourismus und Gedenken miteinander in Einklang gebracht werden.

„Bisher ist jedoch nur ein beschränkter Wettbewerb für das westliche Grundstück geplant. Als Grundlage für einen B-Plan, der der Bedeutung dieses international bekannten Standorts gerecht werden soll, reicht dies nicht aus“, so Gudrun Sack, die für die Architektenkammer Berlin am Workshopverfahren mitgewirkt hat. Es gelte jetzt, die Bebauungspotentiale neu auszuloten.

Kürzlich hat Michael Müller an die legendäre Rede an die „Völker der Welt“ von Ernst Reuter vor 70  Jahren erinnert. Das „fundamentale Kapitel in der Geschichte der Freiheit“ ließe sich auf den beiden Grundstücken am früheren Checkpoint Charlie erzählen. Deshalb empfiehlt die Architektenkammer Berlin der zuständigen Verwaltung, die städtebaulichen Vorgaben für die bisher unbebauten Grundstücke an der Ecke Friedrichstraße/Zimmerstraße sorgfältig zu prüfen und sich – nach erfolgter Debatte im Parlament über Nutzungen an diesem öffentlichen Ort – von den kreativen Entwürfen möglichst vieler Architektinnen und Architekten sowie Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten in einem offenen transparenten Wettbewerbsverfahren überzeugen zu lassen.

Architektenkammer Berlin

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