Mit Seeblick und Heimat-Gefühl zum Erfolg

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Immobilienunternehmer Hans-Jürgen Alda im großen Interview

Warum trotzt der Markt für Luxus-Wohnungen der Corona-Krise? Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt? Wo lohnen sich Investments? Über diese und weitere wichtige Fragen haben wir mit dem Immobilienexperten Hans-Jürgen Alda gesprochen.

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Herr Alda, Sie sind der Schöpfer der Müggelsee-Residenzen – luxuriöser Häuser und Eigentumswohnungen direkt am Müggelsee. Die Nachfrage war groß. Und das in Corona-Zeiten. Warum trotzt der Markt für Luxusimmobilien offenbar der Krise?

Hans-Jürgen Alda: Die Nachfrage war tatsächlich groß. Mit unseren Müggelsee-Residenzen haben wir offenbar genau den Geschmack unserer anspruchsvollen Kunden getroffen. Es wären sicher noch mehr Interessenten nach Berlin gekommen, aber die Anreise gestaltet sich in Corona-Zeiten schwierig. Der herrliche Müggelsee-Blick aus unseren Residenzen entschädigt allerdings  alle Reiseanstrengungen.

Gerade in der heutigen Corona-Zeit wird das gute Gefühl „Ich bin zu Hause“ immer wichtiger. Bei der enormen Zeit, die wir durch die Pandemie-Beschränkungen zu Hause verbringen, ist es immer wichtiger geworden, dieses Heimat-Gefühl leben zu können. Ganz nach unserer Unternehmensphilosophie „Heimat ist kein Ort – Heimat ist ein Gefühl“ haben wir sowohl vor Corona als auch jetzt noch verstärkt alles dafür gegeben, dass die Eigentümer dieses Heimat-Gefühl in unseren Residenzen am Müggelsee leben und erleben können.

Gegen viele Widerstände haben Sie die Müggelsee-Residenzen durchgesetzt. Welche Hindernisse müssen Immobilien-Projektentwickler heutzutage überwinden?

Hans-Jürgen Alda: Für uns war und ist die Errichtung der Steganlage eines der größten Hindernisse. Sie gehörte schon immer zum Grundstück, soll nun aber nicht mehr erlaubt sein. Das versteht niemand. Gerade die Müggelsee-Residenzen sind ja von der unbeschreiblich schönen Wassernähe geprägt. Seit fast zehn Jahren kämpfen wir um die Genehmigung des schon immer zum Grundstück gehörenden Stegs. Der Ponton und die Landverbindung sollen zu einem angemessenen und übersichtlichen Steg ausgebaut werden. Wir waren und sind gerne bereit alle Voraussetzung dafür zu erfüllen. So haben wir bereits die maroden Holzpfähle ausgetauscht und Schilf gepflanzt. Nicht nur wir müssen um Genehmigungen im Bau- und Immobilienbereich kämpfen. Auch vielen anderen Unternehmern und Bauherren geht es so. Solche Ereignisse sind kein Einzelfall. Sie kosten uns Investoren und Bauherren jedes Mal aufs neue Kraft, Zeit und Geld.

Die Entwicklung des Berliner Immobilienmarkts kannte in den vergangenen zehn Jahren nur eine Richtung – nach oben. Wie wird er sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Hans-Jürgen Alda: Das Leben in Berlin ist enorm attraktiv. Die vielen Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten ziehen immer mehr Menschen in die Stadt. Wohnraum wird immer knapper, die Preise für Grundstücke, Wohnungen und Häuser steigen. Die Infrastruktur Berlins ist hervorragend und die öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen schnelle Fahrten innerhalb Berlins und ins brandenburgische Umland. Nach einer Umfrage unter 400 internationalen Investoren hält mehr als jeder dritte Investor den Berliner Immobilienmarkt für den attraktivsten in Europa – 35 Prozent der Befragten gaben dies an. Beliebter ist nur London mit 39 Prozent.

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Der sogenannte „Berliner Mietendeckel“ wird kontrovers diskutiert. Wie bewerten Sie diese Maßnahme des Senats?

Hans-Jürgen Alda: Der Berliner Mietendeckel hat eine große Unsicherheit in den Markt gebracht. Mieter und Vermieter wissen nicht, ob er rechtens ist. So erklärte der Verfassungsrechtler Hans-Jürgen Papier: „Der Landesgesetzgeber von Berlin verfügt nach dem Grundgesetz unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt über eine Gesetzgebungskompetenz zur Einführung eines sogenannten Mietendeckels.“ Der Bund hat 2015 eine Mietpreisbremse beschlossen und damit von seiner Gesetzgebungskompetenz beim sozialen Mietrecht ausreichend Gebrauch gemacht. Dies wird durch den Berliner Mietendeckel ausgehebelt. Das Bundesverfassungsgericht sollte nun möglichst schnell eine Entscheidung treffen, die Klarheit bringt.

Die Einwohnerzahl Berlins steigt stetig. Gleichzeitig werden weniger Bebauungspläne festgesetzt als noch vor zehn Jahren. Die Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt wird immer angespannter. Wie kann diese Anspannung dauerhaft gelöst werden?

Hans-Jürgen Alda: Alle Investoren und Bauunternehmer wollen Wohnraum schaffen. Es ist für uns unbegreiflich, dass die Bearbeitungszeiten und Fristen für Baugenehmigungsverfahren so außergewöhnlich lang sind. Entscheidungsträger der Bauämter verteilen Sprechzeiten, die nicht den Eindruck erwecken, dass an diesen Verfahren irgendwas beschleunigt werden kann oder soll. Durch die langen Verfahren steigen die Kosten und belasten die Quadratmeterpreise enorm. Dringend benötigter Wohnraum wird so nicht geschaffen – oder er wird nur mit großer Verzögerung geschaffen. Wir brauchen also viel mehr Unterstützung von der Politik und Verwaltung, damit wir den Wohnraum schaffen können, der benötigt wird.

Bauflächen sind ein seltenes Gut. Immobilien-Unternehmer gehen deshalb dazu über in die Höhe zu bauen und Wohntürme zu errichten. Wäre so ein exklusiver Wohnturm auch ein reizvolles Projekt für Sie?

Hans-Jürgen Alda: Gern lassen wir uns auch für einen exklusiven Wohnturm begeistern und würden ein solches Projekt mit Investoren gemeinsam angehen. Zurzeit fokussieren wir uns mit unseren Investoren allerdings auf Town-Häuser. Grundstücke werden dabei ganz neugestaltet und mit Town-Häusern bebaut, die jeweils 10 bis 20 Wohnungen umfassen. Dabei legen wir Wert auf die optimale Planung der Wohnflächen, um aus der Fläche das Maximum für unsere Kunden herauszuholen.

Auf der Suche nach einer bezahlbaren Immobilie wandern immer mehr Deutsche aus den Städten ins Umland ab. Wird sich dieser Trend in Berlin und seinem Brandenburger Umland fortsetzen?

Hans-Jürgen Alda: Der Trend in Berlin wohnen zu wollen, wird so schnell nicht nachlassen. Berlin ist und bleibt hochattraktiv. Urberliner entscheiden sich zwar gelegentlich dazu ins Umland zu ziehen, vermissen dann aber schnell die vertraute Infrastruktur. Sie genießen die Ruhe im Umland – und sind trotzdem schnell in der Stadt. Gerade Jüngere, besonders Studenten, wollen in der Stadt wohnen. Sie genießen es, das Stadtleben der Metropole hautnah mitzuerleben. Trotzdem wäre es falsch zu sagen, dass im Umland nur die Älteren und in der City nur die Jüngeren wohnen. Berlin und sein Umland sind durchmischt und die Großstadt hat überall wundervolle Vorteile, die jede Altersgruppe zu schätzen weiß.

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Durch die Corona-Pandemie hat sich die Arbeit im Homeoffice weit verbreitet. Werden dadurch Wohnungen und Häuser auf dem Land attraktiver und teurer?

Hans-Jürgen Alda: Nur durch den Trend, die Arbeit vom Büro ins Homeoffice zu verlegen, werden Wohnungen auf dem Land nicht teurer. Viele genießen es allerdings, die Mittagspause oder den Feierabend in der Nähe ihrer Wohnung verbringen zu können. Besonders Schrebergärten und Wohnungen mit Gartenanteil werden durch den Trend zum Homeoffice im Preis steigen, weil sich die Eigentümer mit ihrem Laptop auch mal in den Garten setzen können. Generell gilt: Wer mehr Zeit in den eigenen Wänden verbringt, der will es dort auch besonders schön haben und ist als neuer Wohnungs- oder Hausbesitzer bereit, mehr zu investieren. Auch Investoren und Bauunternehmen achten vermehrt in den neuen Grundrissplanungen auf einen geeigneten Wohnungszuschnitt, welcher die Möglichkeit eines Homes-Office Arbeitsplatzes bietet.

Immobilien-Investoren sind unterschiedlich orientiert. Manche legen viel Wert auf die Sicherheit ihres Investments. Andere sind risikofreudig und an hohen Renditen interessiert. Was empfehlen Sie den unterschiedlichen Investoren?

Hans-Jürgen Alda: Im Grunde können wir Investoren nur empfehlen, bei allen Projekten, die sie beginnen, auf folgende Merkmale zu achten: Hohe Qualität, tolle Ausstattung, zeitgemäße Grundrisse, eine dem Objekt entsprechende Lage, eine gute Rendite, Nachhaltigkeit. Astronomisch hohe Renditeversprechen gehen immer zulasten des Wohlempfindens und der Work-Life-Balance der Mieter oder Käufer. Und das kann ein guter Unternehmer nicht wollen.

Lassen Sie uns abschließend noch einen Blick in die Zukunft werfen, Herr Alda. Was wird den deutschen Immobilienmarkt zukünftig ausmachen?

Hans-Jürgen Alda: Wenn man auf die Qualität, die Attraktivität der Immobilie und ein umfassendes Wohlfühlpaket achtet, eine moderne Ausstattung und Elektromobilität berücksichtigt, dann kann jeder Investor in ein solches Immobilien-Projekt sicher und langfristig investieren. Auch wir achten von der Planung bis zur Fertigstellung sehr stark auf diese Merkmale, denn Wohnungen müssen, um für einen Investor attraktiv und rentabel zu sein, auch in zehn bis fünfzehn Jahren noch zeitgemäß und attraktiv sein. Bei der Entwicklung der Müggelsee-Residenzen haben wir darauf geachtet, genau diese Merkmale zu erfüllen. Der Erfolg gibt uns Recht, darüber freuen wir uns!

Vielen Dank für das Gespräch!

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