Die Berliner Volksbank erkennt Berlins Potenziale

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Thomas R. Killius und Daniela Seide-Mainka © MH/RIV

„Die Potenziale dieser Stadt entfalten sich im Moment erst richtig.“

Im Interview mit der Geschäftsführerin der Berliner Volksbank Immobilien GmbH, Daniela Seide-Mainka, und dem Direktor der Bereichsleitung Firmenkunden der Berliner Volksbank, Thomas R. Killius.

Guten Tag Herr Thomas R. Killius und Frau Daniela Seide-Mainka. Herr Thomas R. Killius, Sie sind Direktor der Bereichsleitung Firmenkunden der Berliner Volksbank und jetzt seit fünf Jahren als solcher bei der Volksbank aktiv. Was reizt Sie besonders an dem Firmenkundengeschäft der Bank und wie stellen Sie sich den weiteren Ausbau vor?

Unser Firmenkundengeschäft ist seit Jahrzehnten schon sehr auf Immobilien spezialisiert. Dadurch haben wir am Markt schon eine ganz gute Reputation. Im Rahmen eines Wachstumsauftrages haben wir uns aber dazu entschieden, dass wir die Arbeitsweise eines Firmenkundenberaters kolossal verändern wollen. Ein einfaches Kreditgeschäft kann in absehbarer Zeit schließlich auch ein Computer abschließen! Deshalb versuchen wir immer mehr, das Geschäftsmodell eines Unternehmens zu verstehen, und dann den Unternehmer strategisch zu beraten: Hat er die richtigen Fragestellungen und auch Antworten auf seine Fragen? Wir wollen mehr über die Vorgehensweise und Ziele des Unternehmers erfahren. Ihn besser verstehen und herausfinden, ob er oder sie das Geschäftsmodell überhaupt so umsetzen kann. Erst am Schluss kommt dann ein Produkt heraus. Und erst ganz am Schluss kommt die Frage der Sicherheit. Das hat sich gedreht: Wenn früher jemand einen Kredit wollte, war die erste Frage, welche Sicherheit es gibt.

Gibt es denn schon Erfahrungswerte, wie dieser Entwicklungsprozess angenommen wird?

Wir gehen diesen Weg der Firmenkundenberatung jetzt seit anderthalb Jahren und das Konzept wird sehr positiv aufgenommen. Wir wollen rauskommen aus dieser Zweckgemeinschaft: Der Kunde braucht grade etwas, und ich liefere. Wir wollen stattdessen hinein in eine für beide Seiten langfristig berechenbare Beziehung.

Was für menschliche Qualifikationen bringen Ihre Kundenberater dafür mit?

Sie werden jetzt überrascht sein, dass so etwas von einem Banker kommt. Aber von einem Euro Bildungsbudget gehen mindestens 90 Cent genau in diese Richtung. Fachkompetenz haben wir alle, aber soziale und emotionale Kompetenz sind genauso wichtig. Diese kann man allerdings nur begrenzt schulen. Am Ende ist es eine Frage der Einstellung. Wir sind weggegangen von dem Konzept, dass alle Mitarbeiter dasselbe Training erhalten. Stattdessen bekommt bei uns jeder das Training und das Seminar, was er oder sie benötigt. Wir machen beispielsweise Persönlichkeitsanalysen und richten danach die individuelle Weiterbildung aus.

Ist das Ihr Hauptunterscheidungsmerkmal von den anderen Marktteilnehmern des Berliner Bankenwesens?

Was uns wirklich unterscheidet ist, dass wir ein Teil dieser wirklich großen genossenschaftlichen Gruppe sind. Dadurch können wir agieren, wie eine internationale Großbank. Wir können mit all den anderen deutschen Banken mithalten, haben aber einen riesigen Vorteil: Wir sind regional verwurzelt. Diese Kombination ist unser Vorteil. Und diesen müssen wir meiner Meinung nach viel mehr ausspielen. Viele Kunden wissen gar nicht, wer alles zu unserer genossenschaftlichen Gruppe dazugehört. Mit der DZ-Bank als unser Partner ist es schon so, dass wir international vernetzt sind. Auch Auslandsgeschäfte können wir spielen. Und gerade wir als Berliner Volksbank setzen das bereits sehr intensiv und erfolgreich um. Insbesondere auch in Verbindung mit dem Immobilienerwerb haben wir viele ausländische Investoren gewinnen können, die einfach aufgrund des Standortes Berlin und auch des Preises, investieren wollen. Wir können also agieren wie eine internationale Großbank, und denken und fühlen aber wie die regional verwurzelte Bank.

Vielen Dank für die Ausführungen. Frau Daniela Seide-Mainka, Sie sind zusammen mit Herrn Wolfgang Houy Geschäftsführerin der Berliner Volksbank Immobilien GmbH und beraten Kunden hauptsächlich im Bauträgerbereich. Was genau macht denn die Berliner Volksbank Immobilien GmbH und wie kann man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem Mutterkonzern vorstellen?

Auf der einen Seite sind wir ein klassisches Maklerunternehmen. Das heißt, wir begleiten unsere Kunden sowohl bei dem Kauf, als auch bei dem Verkauf von privaten und gewerblichen Immobilien. Darüber hinaus sind wir für Projektentwickler und Bauträgerunternehmen ein etablierter Partner für die Planung und Vermarktung von Neubauprojekten. Von der Projektidee über die Finanzierung bis zum Verkauf der einzelnen Einheiten begleiten wir die Projekte und unsere Partner sowie schließlich die künftigen Eigentümer. Daneben gehört auch die Beratung zu Immobilien-Portfolios  zu unseren Kernkompetenzen: Viele Firmenkunden haben ein umfangreiches Immobilienvermögen. Da stellt sich die Frage, wie strukturiere ich dies am besten? Oder Benötige ich unter Umständen Liquidität für neue Firmenideen? Habe ich Interesse an weiterem Vermögenaufbau? Was passiert mit meiner Firmenimmobilie, wenn ich in Rente gehe? Wir beraten den Kunden dann im Hinblick darauf, welche Optionen es für seine Immobilien gibt. Sobald der Firmenkundenbetreuer der Berliner Volksbank einen Beratungsbedarf rund um eine Immobilie seines Kunden sieht, kann er uns einschalten. 

Das Thema der Entwicklung des Immobilienmarktes ist in den letzten Jahren sehr stark diskutiert worden. Sehen Sie es als sinnvoll an, überhaupt noch zu investieren?

Der Immobilienmarkt entwickelt sich in der Tat gut. Viele fragen sich natürlich, wie lange das noch so weitergehen wird. Aus meiner Sicht sind wir in Berlin bezüglich der Preisgestaltung gerade erst dabei, an andere bedeutende Städte in Deutschland und auch in Europa anzuschließen. Die Potenziale dieser Stadt entfalten sich im Moment erst richtig. Berlin ist also noch dabei aufzuholen. Deshalb gibt es immer noch die Chance, an dieser Entwicklung teilzuhaben und davon zu profitieren.

Sehen Sie die Chancen eher als Kapitalanleger, als Selbstnutzer, oder würden Sie das gar nicht differenzieren wollen?

Für Beides. Und das ist auch ein Teil unseres Angebotes, diese Möglichkeiten dem Kunden aufzuzeigen. Beispielsweise, in welchen Mikrolagen und in welchen Nischen sich eine Investition noch lohnen kann.

Wo sehen Sie in Berlin oder im Berliner Speckgürtel jetzt noch diese Lagen, in denen sich eine Immobilieninvestition lohnt?

Besonders in den Randlagen von Berlin, wie Reinickendorf, Spandau oder Köpenick zum Beispiel, gibt es noch wirklich viele Potenziale. Teilweise wunderschöne Lagen am Wasser, wo man auch für die Selbstnutzung noch erschwingliche Immobilien kaufen kann. Viele Kunden möchten ohnehin in Gegenden eine Wohnung oder ein Haus kaufen, in denen sie sich selber auskennen, wo sie vielleicht aufgewachsen sind. Für Kunden, die noch nicht, oder erst kurz in Berlin wohnen, haben wir unsere Kiezmakler. Die kennen sich als langjährige oder gebürtige Berliner besonders gut in den einzelnen Bezirken aus und können hier umfangreich beraten.

Sie meinten ja, Berlin ist noch dabei aufzuholen. Wohin denken Sie denn, wird sich der Berliner Immobilienmarkt in zehn oder fünfzehn Jahren entwickeln?

Das muss man sehr differenziert sehen. Für Familien und Eigennutzer wird es immer schwieriger werden, erschwingliche Immobilien im Stadtzentrum zu finden. Es wird hier also strukturelle Anpassungen geben und die Nachfrage nach kleineren Wohnungen wird hier weiter steigen.

Es ist auch möglich, dass sich in einzelnen Lagen in Berlin die Preise von den Möglichkeiten der hier arbeitenden Menschen abkoppeln.

Was bedeutet das?

Ausländische Investoren investieren bereits, ohne Aussicht auf eine interessante, laufende Rendite, allein der erwartete Wertzuwachs steht hier im Vordergrund und die Erwartung, dass die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland lange erhalten bleibt und somit des Vermögen sicher angelegt ist. Die Immobilienpreise werden womöglich nicht mehr in direktem Zusammenhang mit dem Einkommensniveau der Bewohner der Stadt stehen. Dies ist kein Einzelfall: In einem Gespräch mit der Salzburger Hypothekenbank zum Beispiel konnten wir erfahren, dass sich in Wien und Salzburg die Immobilienpreise komplett von den Einkommen der dort lebenden Menschen abgekoppelt haben. Dort werden mittlerweile sogar Immobilien ohne Renditen verkauft!

Ich komme noch einmal auf meine vorherige Frage zurück. Was meinen Sie, wie sich der Immobilienmarkt in dem Berliner Speckgürtel entwickeln wird?

Er wird sich weiter sehr gut entwickeln, denn besonders für Familien ist der Speckgürtel eine gute Möglichkeit, eine eigene Immobilie zu erwerben. Die Preise sind hier noch moderat und die Wohnqualität einschließlich der Infrastruktur sehr gut.

Allerdings sollte man hier genau hinschauen, welche Regionen verkehrstechnisch gut ausgebaut sind und im Fokus der Stadtentwicklung stehen.

Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Was ist Ihnen Beiden persönlich, in Ihrer beruflichen Aufgabe, in Zukunft besonders wichtig?

Daniela Seide-Mainka: Besonders wichtig ist mir, dass wir jeden Kunden nach seinen persönlichen Zielen fragen. Unsere Handlungsempfehlungen sind immer sehr individuell und auf die persönliche Situation eines jeden Einzelnen abgestimmt. Bezogen auf unsere Zusammenarbeit  mit den Firmenkundenberatern der Berliner Volksbank sind wir auf einem guten Weg, noch enger zusammenzuwirken und uns zu unterstützen. Wir gehen immer wieder in die Teams und frischen auf, was wir leisten können. Ich hoffe, dass wir dies auch in Zukunft weiterführen können und weiter zusammenwachsen.

Thomas R. Killius: Da kann ich nur einen Punkt ergänzen. Ich wünsche mir persönlich, dass die komplette Leistungsfähigkeit der Volksbanken, und besonders der Berliner Volksbank, mit allen Partner gezeigt werden kann. So wissen beispielsweise längst nicht alle, dass beispielsweise Schwäbisch Hall zu der Volksbankgruppe gehört. Außerdem wünsche ich mir, dass Kunden aus dem Unternehmenssektor, egal welche Frage sie haben, relativ schnell auf die Idee kommen: ich ruf mal meinen Partner bei der Volksbank an. Als erster Gesprächspartner gesucht zu werden, das ist schon wichtiges Ziel!

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte M. Herrmann für EXKLUSIV.

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