Immobilienfinanzierung ohne Grundschuld: So geht’s

Finanzierung, Haus
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Bei der Immobilienfinanzierung können Sie in einigen Fällen auch auf die Eintragung einer Grundschuld verzichten. Gerade beim Erwerb von kleineren Immobilien oder bei Umbau-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind Ratenkredite oft eine gute Alternative zur klassischen Baufinanzierung.

Wenn Sie für Ihre Immobilie weniger als 50.000 Euro benötigen, ist es oft schwer, eine passende Baufinanzierung zu finden. Viele Banken bieten für Beträge unterhalb dieser Grenze gar keinen Immobilienkredit an. Dabei gibt es verschiedene Kredite, die Banken genau für solche kleinere Projekte zur Verfügung stellen. Diese Darlehen finden Sie je nach Kreditgeber zum Beispiel als Wohn-, Modernisierungs- oder Renovierungskredit. Sie unterscheiden sich nicht nur dem Namen nach, auch die Voraussetzungen sind durchaus unterschiedlich.

Zum Teil ist die Verwendung des Geldes an einen ganz bestimmten Verwendungszweck gebunden, in anderen Fällen können Sie weitgehend frei entscheiden, wofür Sie es ausgeben. Vielfach müssen Sie im Rahmen der Beantragung lediglich nachweisen, dass Sie Eigentümer einer Immobilie sind. In diesem Fall genügt häufig ein Grundbuchauszug als zusätzlicher Beleg. Ins Grundbuch eingetragen werden diese Kredite aber generell nicht.

Diese Vorteile bietet ein Wohnkredit

Gegenüber Krediten mit freier Verwendung sind beim Wohn- oder Modernisierungskredit meist deutlich längere Laufzeiten und höhere Kreditbeträge möglich. Oft können Sie sich 60.000 Euro und mehr leihen. Auch Laufzeiten von über zehn Jahren sind keine Seltenheit. Die Zinsen sind im Vergleich zu anderen Krediten ohne Grundschuld eher niedrig. Denn mit Wohneigentum schätzen Banken die Bonität des Kreditnehmers oft als deutlich höher ein.

Gegenüber einer Baufinanzierung punktet der Wohnkredit vor allem in Hinblick auf die flexible Rückzahlung: Sondertilgungen sind stets problemlos möglich – und teilweise auch in unbegrenzter Höhe kostenlos. Auch eine Umschuldung ist jederzeit denkbar. Falls die Bank bei der vorzeitigen Ablösung überhaupt eine Gebühr verlangt, so ist diese deutlich geringer als bei einer Baufinanzierung: Die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung darf höchstens ein Prozent der vorzeitig abgelösten Summe betragen.

Ein Wohn- oder Modernisierungskredit kann bei der Immobilienfinanzierung also weit mehr sein als nur eine Notlösung, wenn der Kreditbetrag nicht für eine klassische Baufinanzierung ausreicht. Im besten Fall verbindet der Wohnkredit die Flexibilität eines Ratenkredits mit einem Zinssatz, der beinahe so niedrig ist wie bei einer Baufinanzierung.

So finden Sie den richtigen Kredit für Ihre Immobilie

Ob sich für Ihr persönliches Projekt eine Baufinanzierung, ein Wohnkredit oder vielleicht auch ein Kredit zur freien Verwendung am besten eignet, hängt stets von Ihrem persönlichen Bedarf ab. Daneben sind vor allem die genauen Konditionen der verschiedenen Anbieter entscheidend. Um sich hier einen guten Überblick zu verschaffen, lohnt sich in jedem Fall ein Kreditvergleich im Internet. Hier können Sie sich auch persönliche Angebote verschiedener Kreditgeber einholen und auf diese Weise sehen, wo Sie tatsächlich das günstigste Darlehen erhalten würden.

Bei vielen Finanzierungen im Immobilienbereich, etwa bei energiesparenden Sanierungen oder beim altersgerechten Umbau, lohnt sich außerdem ein Blick auf die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mit einem Kredit oder einem Zuschuss der Förderbank lässt sich die Immobilienfinanzierung oft noch ein gutes Stück günstiger gestalten.

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