Berliner Immobilienmarkt könnte sich endlich entspannen

Neue Mehrfamilienhäuser in Berlin
Berlin steht vor einer Fertigstellungswelle: Immer mehr Neubauten werden bezugsbereit, was den Wohnungsmarkt insgesamt entspannt. Bildquelle: elxeneize - 645323449 / Shutterstock.com

Jahrelang kannten die Immobilienpreise in den deutschen Metropolen nur einen Weg, nämlich nach oben. 2018 könnte es aber nicht nur in Berlin endlich zur langersehnten Entspannung kommen. In der Hauptstadt werden über 18.000 neue Wohnungen bezugsfertig, zudem geht der Zuzug leicht zurück. Experten prognostizieren deshalb bereits einen Rückgang der Kaufpreise in den nächsten Jahren.

Seit nunmehr acht Jahren steigen die Immobilienpreise unaufhaltsam – auch und gerade in Berlin. Die deutsche Hauptstadt ist auch international eine Trendmetropole, was sich nicht nur auf die Zahlen der Touristen, sondern auch auf den Zuzug auswirkt. Doch so langsam aber sicher kann Berlin aufatmen. Der Zuzug hat sich verlangsamt, auch weil weniger Flüchtlinge kommen, und das Wohnungsangebot wächst kräftig.

Wurden im Jahr 2014 noch 8.700 neue Wohnungen fertiggestellt, waren es 2016 bereits 13.700. In diesem Jahr sollen sogar 18.700 Wohnungen bezugsfertig werden, was in etwa der für 2018 erwarteten Nachfrage entspricht. Berlin steht aktuell vor einer Fertigstellungswelle. Die zahlreichen genehmigten Bauanträge, die in den vergangenen Jahren für einen Bauboom gesorgt haben, werden nun fertig und entspannen den Berliner Wohnungsmarkt.

Kaufpreisrückgang bis zu einem Viertel

Diese Entspannung – durch den Rückgang des Zuzuges einerseits und die neuen Wohnungen andererseits – wird auch in einem Kaufpreisrückgang zum Ausdruck kommen, da sind sich Immobilienexperten sicher. So könnten Eigentumswohnungen innerhalb der nächsten Jahre um ein Viertel bis ein Drittel günstiger werden, prognostiziert der “Rat der Immobilienweisen” in seinem Frühjahrsgutachten.

Und das ist auch dringend nötig, wenn man sich anschaut, dass die Immobilienpreise seit 2009 bundesweit um satte 61 Prozent gestiegen sind. Berücksichtigt man die Inflation, können zwar zehn bis 15 Prozent rausgerechnet werden, doch auch diese Zahl ist beachtlich. Ohne Fremdkapital kann sich kaum jemand noch den Bau eines Eigenheims oder den Kauf einer Wohnung leisten.

Entspannung auch in anderen deutschen Städten

Mit einem sogenannten Forward-Darlehen, das erst einige Zeit nach Vertragsabschluss ausgezahlt wird, können sich Käufer noch die günstigen Zinsen sichern, auch wenn sie erst später bauen oder kaufen. Das ist für alle interessant, die bereits die feste Absicht haben, aber noch nicht so weit sind. Die Zinsen für Immobilienkredite steigen nämlich seit Ende letzten Jahres wieder, sind aber trotzdem noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Neben Berlin werden sich wahrscheinlich auch die Immobilienmärkte in München und Stuttgart entspannen. Wie es in Frankfurt aussehen wird ist aufgrund des Brexits noch unsicher. Für Hamburg, Köln und Düsseldorf schätzen die Experten die Lage uneinheitlich ein.

Berlin für Investoren weiterhin sehr interessant

Trotz der deutlichen Preisanstiege in den vergangenen Jahren scheint Berlin für Investoren noch interessant zu sein. Vor wenigen Tagen machte die Meldung Schlagzeilen, dass US-Multimilliardär Warren Buffett (87) in den Berliner Immobilienmarkt investieren will. Die zu Buffetts Firmenimperium gehörende Berkshire Hathaway Homeservices ist einer Mitteilung zufolge mit der Rubina Real Estate GmbH, einem Immobilienvermittler aus Berlin, eine Allianz eingegangen. Buffett ist laut “Forbes” der drittreichste Amerikaner.

Wer nicht gezwungen ist sofort zu kaufen, sollte sich in Berlin also durchaus noch ein wenig Zeit lassen. Ein Rückgang der Kaufpreise gilt als sicher. Manche Experten sprechen sogar schon von Preisverfall. Der ist aber aufgrund der Beliebtheit der Hauptstadt zumindest hier eher nicht zu erwarten.

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