Baufinanzierung: Wie Sie die 5 größten Fehler vermeiden

Zeitinvestment bei Planung
Die Baufinanzierung ist eine Angelegenheit, die man aufgrund ihrer Komplexität keinesfalls über das Knie brechen sollte. Bildquelle: mrmohock – 422912092 / Shutterstock.com

Als Bauherr muss man sich nicht nur mit einer oftmals aufwendigen Planung des Bauvorhabens herumschlagen, sondern bekommt zusätzlichen Stress in finanzieller Hinsicht. Manchmal macht einem jedoch auch die eigene Dummheit einen Strich durch die Rechnung. Da all dies zu unliebsamen Zusatzkosten führt, kommen hier die besten fünf Tipps, wie man die größten Fehler bei der Baufinanzierung vermeiden kann.

Fehler Nr. 1: Fehlkalkulation der finanziellen Belastung

Bei der Baufinanzierung können jede Menge Fehler in Form von ungeahnten Kosten auf einen zukommen. Oft sind die Zinsen bei der Finanzierung viel zu hoch für die persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse. Hierzu gibt es jedoch dankenswerterweise einen Zinsrechner für Baufinanzierung, der alle Details berücksichtigt. Bedenken sollte man in diesem Zusammenhang auch, dass beim Hausbau längst nicht alle Kosten durch die Bezahlung des Bauunternehmers gedeckt sind. In Bezug auf die Nebenkosten kommen nämlich beispielsweise folgende Kosten hinzu:

  • Makler
  • Notar
  • Später für die Grunderwerbsteuer
  • Notwendige Gutachten

Doch auch die Gestaltung des Außenbereichs wird oftmals im Vorfeld nicht bedacht oder aber zumindest nicht exakt durchkalkuliert. Es ist deshalb sinnvoll, sich alle Posten schon weit im Vorhinein zu überlegen und entsprechend niederzuschreiben, damit nichts übersehen wird. Ziemlich offensichtlich ist prinzipiell auch der Fehler, nicht die Kosten für die laufende Miete zu beachten, die während der Bauphase anfallen, denn solange die Fertigstellung noch nicht erfolgt ist, kann das neue Heim schließlich noch gar nicht bewohnt werden.

Fehler Nr. 2: Nicht ausreichende Planung

Schon angeklungen, aber noch weiter vertieft werden soll der Punkt der Planung. Bei ihr sollten nämlich auch Aspekte wie die Familienplanung und die Lage miteinbezogen werden. Ist zum Beispiel bereits Nachwuchs im Anmarsch, so ist etwa eine Lage direkt in der Nähe einer großen Straße nicht unbedingt empfehlenswert:

Lage

Vorteile

Nachteile

Straße

Anbindung

Gefahr für Kinder und Lärm

Abseits

Ruhe

Weitere Wege

Kinder benötigen, abgesehen von der unmittelbar angrenzenden Infrastruktur, entsprechende Voraussetzungen im Haus und auf dem Grundstück. Häufig ist es auch schon passiert, dass der angrenzende Schienenverkehr oder entstehender Lärm durch Flugzeuge im Vorfeld nicht ausreichend gewürdigt worden ist. Dies führt im Nachhinein nicht nur zu Enttäuschung und jede Menge Frust, sondern macht das Haus im schlimmsten Falle für die eigenen Ansprüche unbewohnbar. Falls dies nicht der Fall ist, kommen oftmals noch zusätzliche Kosten für besonders hochwertige Verglasungen hinzu, die eine entsprechend gute Dämmung aufweisen. Plant man des Weiteren mit zwei Einkommen die aufkommenden Schulden zu begleichen, so sollte auch hier ein Puffer mit eingeplant werden.

Fehler Nr. 3: Eigenkapital ist zu gering

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Viele Personen unterschätzen denjenigen Anteil bei der Baufinanzierung, der selbst aufgebracht werden können sollte. Bildquelle: Serhii Krot – 399982306 / Shutterstock.com

Besonders weit verbreitet sind Irrtümer in Bezug auf das benötigte Eigenkapital bei einer Baufinanzierung. Oftmals gehen dabei Paare bzw. angehende Bauherren mit der irrigen Vorstellung in das Beratungsgespräch, ein Anteil von beispielsweise 20 Prozent wäre komfortabel und ausreichend. Die weitläufige Empfehlung ist jedoch schon seit relativ langer Zeit immer, ein Eigenkapital von mindestens 30 Prozent einbringen zu können. Dies kommt auch nicht von ungefähr, denn je mehr Eigenkapital zur Verfügung steht, umso geringer ist das mit einer Baufinanzierung einhergehende Risiko der Ver- und Überschuldung. Eine kleiner ausfallende Darlehenssumme beinhaltet drei Folgen:

  1. Die gesamte Finanzierung fällt günstiger aus
  2. Die Laufzeit wird bei gleichbleibender monatlicher Belastung kürzer
  3. Oder aber die monatliche Belastung fällt geringer aus, während die Tilgungsdauer unverändert bleibt

Tückisch ist bei dem Anteil des Eigenkapitals, dass es durchaus auch unseriöse Kreditinstitute auf dem Markt gibt, die von den gängigen Empfehlungen abweichen und auch hinsichtlich der Beratung keine ausgewogene Transparenz walten lassen.

Fehler Nr. 4: Zu viel Eigenarbeit

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Wer selbst zu viel anpackt, spart vor allem dann keine Kosten, wenn kostspielige Fehler mangels Kompetenz passieren. Bildquelle: bogdanhoda – 462881611 / Shutterstock.com

Wer gerne selbst anpackt, kann hingegen böse von dem vierten Fehler in dieser Aufzählung überrascht werden. Viele Bauherren sind der Auffassung, dass es umso besser ist, je mehr Eigenarbeit man bei dem gesamten Bau investieren kann. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, denn das Geld, das so gespart werden kann, bezahlt man gewissermaßen mit einer mangelhaften Fachkompetenz. In der Fachsprache wird diese auch Muskelhypothek genannt. Ob es letztlich tatsächlich an der fehlenden persönlichen Muskelkraft scheitert oder an mangelndem Wissen kann aber dahingestellt bleiben, denn beides ist möglich. Empfehlenswert ist in diesem Punkt somit lediglich die sporadische Übernahme von leichten Arbeiten, während für den Großteil fremde Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. So muss zwar auf dem Papier mehr Geld in die Hand genommen werden, welches an fremde Unternehmer geht, allerdings gilt in Bezug auf die Arbeit dann:

  • Im Idealfall wird sie nicht nur fachmännisch ausgeführt
  • Sie ist auch in der vorher definierten Zeit beendet

Fehler Nr. 5: Tilgungssatz nicht hoch genug

Eng verbunden mit der Frage nach dem Anteil des Eigenkapitals ist der schon angesprochene Tilgungssatz. Während es natürlich ideal ist, dass bei viel Eigenkapital der Tilgungssatz bei gleicher Laufzeit geringer ausfällt, sollte man tunlichst darauf achten, dass dieser auch nicht zu gering ist. Je länger die Finanzierung bzw. der Kredit im Raume steht, umso länger fallen auch Zinsen an. Gerade in der aktuellen Zeit des Niedrigzinssatzes sollten angehende Eigenheimbesitzer deswegen eher einen hohen Tilgungssatz wählen. Gleichfalls sollte hierbei jedoch auch nicht das komplette Kapital für die Tilgung verbraucht werden, weil sonst spontan anfallende Ausgaben zur Kostenfalle mutieren können. Um genauestens ermitteln zu können, wie viel Geld man monatlich für die Tilgung des Kredits abzwacken kann, sollten die Einnahmen den Ausgaben eins zu eins gegenübergestellt werden. Die Summe, die am Ende übrig bleibt, ist der monatliche Überschuss, von dem je nach individuellem Sicherheitsbedürfnis noch einmal ein passender Betrag abzuziehen ist.