Wuhle-Kiez neu entdeckt

Fünf urbane Dörfer am Rande Berlins

Wohnen entlang der Wuhle

Marzahn-Hellersdorf ist eine einzigartige Kombination aus Großwohnsiedlungen und malerischen preußischen Dörfern. Hellersdorf, Marzahn, Mahlsdorf, Kaulsdorf und Biesdorf werden bis heute von ihren Bewohnern liebevoll „unsere fünf Dörfer“ genannt, was bezeichnender für das Leben in dem Kiez kaum sein könnte. Das frühere Naherholungsgebiet für Berliner ist Teil der prosperierenden Hauptstadt geworden. Die so ganz natürlich entstandene Verbindung aus grüner Idylle und Großstadt genießen Marzahn-Hellersdorfer in vollen Zügen.

Historische Nachbarschaft

Im Schatten der Großstadt schlummern traditionelle Guts- und Bauernhäuser, Kirchen und historische Dorfanger, die ab dem 13. Jahrhundert entstanden. Der geschichtsträchtige Bezirk vereint verschiedene Epochen und ist ein lebendiges Denkmal Berliner Stadtgeschichte. Entdeckt werden kann diese vielseitige Historie in wechselnden Ausstellungen im Bezirksmuseum von Alt-Marzahn.

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© Patrick Albertini

Die spätklassizistische Villa Biesdorf, die bis heute liebevoll „Schloss“ genannt wird, ist ein Architektur- und Gartenjuwel des späten 19. Jahrhunderts. Das fürstliche Wohnhaus auf der höchsten Stelle des Barnimplateaus ist eine Perle unter der Berliner Denkmallandschaft, in der es heute nur noch um die 25 Palais, Schlösser und Herrenhäuser gibt. Mit seinem galerieartig angelegten Schlosspark ist Schloss Biesdorf fest als Ort der Erholung und des Genusses verankert und als Platz für Veranstaltungen und Kunstausstellungen weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Biesdorfer, aber auch die Bewohner der vier anderen „Dörfer“, haben es seit Jahrzehnten fest in ihre Herzen geschlossen und genießen das Ambiente und die herrschaftliche Stimmung rund um das Schloss und die angrenzende, liebevoll gepflegte Parkanlage.

Kurzurlaub gleich vor der Haustür

Einfach mal dem Alltag entfliehen – genau diese Freiheit bieten die Gärten der Welt westlich der Wuhle und an der Grenze von Kaulsdorf und Marzahn. Sie laden Groß und Klein dazu ein, in der ur-Berliner Gegend neue Perspektiven zu entdecken. So werden fremde Kulturen zum Greifen nahe und der so sehr ersehnte Urlaub kommt zu Ihnen. Es ist also keine Überraschung, dass der Bezirk mit den Gärten der Welt jedes Jahr mehrere hunderttausend Besucher aus der Nachbarschaft und von ganz weit wegzählt. Denn was gibt es Schöneres, als tagsüber einen Ausflug zu den verschiedensten Kulturen und am Abend die Berliner Skyline zu genießen?

Ob mit dem Fahrrad, bei einem Spaziergang mit der Familie oder bei einem gemütlichen Picknick mit Freunden in einem der Parks, der Bezirk lädt zum Relaxen ein und Entspannung und Gelassenheit verdrängen den Alltagsstress. Und am Ufer der idyllischen Wuhle entfliehen Marzahn-Hellersdorfer gerne der Hektik der Großstadt und können vor allem eines: Durchatmen.

Für die Zukunft gebaut

Am Rand der Millionenmetropole war immer Raum für architektonische Experimente. So wurden in den 1920er Jahren nach den Plänen von Bruno Taut, einem bedeutenden Vertreter des Neuen Bauens, zwei Siedlungen in Mahlsdorf gebaut. Es entstand dringend benötigter Wohnraum für Kriegsversehrte und kinderreiche Familien. Die Herausforderung bei kostengünstigem Wohnraum war, dass funktionale und ästhetische Ansprüche eine Rolle spielen sollten. Für Mahlsdorf entwickelte Taut Einzel- und Doppeltypenhäuser mit expressionistischen sowie sachlichen Fassadendetails.

Eher um die große Form ging es bei den Plattenbauten der 1970er und 80er Jahre im Norden von Kaulsdorf. Es entstanden versetzt angeordnete Wohnbauten mit großen Grünflächen. Die Bauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte eine schnelle Fertigstellung, denn Wohnraum war im geteilten Berlin knapp. Das Image der Platte hat sich gewandelt. Sanierte Wohnungen und Fassaden sowie gepflegte Grünanlagen sorgen für einen hohen Beliebtheitsgrad. Der Charme der Platte hat seinen Siegeszug ins Fernsehen und auf die Kinoleinwände geschafft.

Der oft belächelten Platte setzt Vera Jahnke das Gedicht „Plattenbau“ (2020) entgegen:

„Doch schauen wir einmal nach innen,
Vergessen, was man uns gelehrt,
Dann könnten wir uns auch besinnen
Auf das, was uns noch widerfährt…

Auch Zukunft hat Erinnerungen,
Nur sind wir darin nicht geübt,
Doch ist es uns einmal gelungen,
Dann lebt es sich ganz ungetrübt.“ (Auszug)

Jahnke fordert uns dazu auf, nach innen und in die Zukunft zu schauen. Die Essenz ist: ohne Vergangenheit keine Zukunft. Also schauen wir nochmal nach Marzahn-Hellersdorf.

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© Euroboden

Wohnen am Neuen Berliner Balkon

Unmittelbar zwischen Wuhlgarten, Wuhle und dem schön angelegten Clara-Zetkin-Platz erfindet das Architekturbüro FAR frohn&rojas das Zusammenleben in Kaulsdorf-Nord neu. Ihr Neubau LION FEUCHTWANGER 61 fügt sich architektonisch und städtebaulich in die Wohnsiedlung ein. Der avantgardistische Neubau lebt durch die Kombination serieller Betonfertigteilstrukturen mit der Vielfältigkeit und Individualität seiner Bewohner. Durch die Vorfertigung einer Vielzahl der Bauteile, kann der Rohbau schnell und exakt planbar erfolgen. Dadurch sind flexibel gestaltbare Grundrisse möglich, so dass die Wohnungen individuell an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden können. So entsteht im vielfältigsten Bezirk der Hauptstadt ein ebenso bunter „Kiez im Kiez“, der endlich alles vereint, was vorher so klar getrennt war. Hier finden Studierende, junge Familien, Paare, Singles und Senioren ein Zuhause und verwirklichen auf loftartigen Wohnflächen mit Deckenhöhen von bis zu ca. 2,90 Meter ihre individuellen Wohnträume.

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Lion-Feuchtwanger 61, Gartenplateau und Laubengang mit Freisitz, Euroboden / Best Place © Euroboden

LION FEUCHTWANGER 61 ist eine Synthese aus der Privatsphäre der klassischen Berliner Blocktypologie und der Offenheit großer Wohnsiedlungen. Das Highlight des Neubaus ist ohne jeden Zweifel das geschützte Gartenplateau. Zwischen liebevoll bepflanzten Grünbeeten und geschützt durch die Kronen der Bäume, die sich über dem Gemeinschaftsgarten entfalten, werden Nachbarn zu Freunden und finden einen gemeinsamen Rückzugsort. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Freizeit- und Service-Angebote, die über die eigene APP mit wenigen Klicks buchbar sind.

Grün, bunt und vielseitig

Als zehnter Bezirk Berlins ist Marzahn-Hellersdorf hauptsächlich als Wohngebiet für Studenten, Familien und Seniorenehepaare bekannt, doch mit dem Schloss Biesdorf, den Gärten der Welt und dem Neubau LION FEUCHTWANGER 61 verspricht der Bezirk noch viel mehr, als auf den ersten Blick erahnt werden kann. Ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf oder zu einem der Kulturdenkmäler: Dank der hervorragenden Infrastruktur und dem lückenlosen Nahverkehrsnetz kommen die Bewohner zu jeder Tageszeit schnell in das pulsierende Stadtzentrum. Gleichzeitig besitzt der Bezirk mit dem Eastgate Berlin eines der größten Einkaufszentren östlich des Brandenburger Tors. Und auch kulturell hat Marzahn-Hellersdorf einiges zu bieten. Zahlreiche Galerien regionaler Künstler und das bekannte Gründerzeitmuseum von Charlotte von Mahlsdorf sorgen für Inspiration, Unterhaltung und Abwechslung.

Giulia Diedrich

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