Kultur- & Officestandort mit jungem, urbanem Leben

Zukunftsvision von Basecamp für das Projekt Urban Banks Berlin
Zukunftsvision von Basecamp für das Projekt Urban Banks Berlin © Tchoban Voss Architekten

BaseCamp saniert denkmalgeschützte Rathenau-Hallen in Berlin-Oberschöneweide

Im Berliner Ortsteil Oberschöneweide, direkt an der Spree gelegen, befand sich einst eine der wichtigsten Transformatorenfabriken Deutschlands. 1898 wurde die Deutsche Niles Werkzeugmaschinenfabrik gegründet, welche 1920 in die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG überging. So nahm ein Jahr später dann das Transformatorenwerk Oberschöneweide, kurz TRO, den Betrieb auf und wurde innerhalb kürzester Zeit eins der führenden Unternehmen auf dem Gebiet des Großtransformatorenbaus. Nach der Zeit in der DDR als Volkseigener Betrieb wurde das Unternehmen mit der Wiedervereinigung 1990 wieder privatisiert. Doch der Erfolg währte nur kurz: Am 31. Dezember 1996 gingen in den großen Hallen an der Spree die Industrielichter aus und das Areal wurde zum verfallenden Kulturstandort.

Bis heute prägen die alten ein- bis mehrschiffigen Produktions- und Lagerhallen, Stockwerksfabriken und ehemalige Verwaltungsgebäude aus unterschiedlichen Jahrzehnten das Areal. Diese werden teilweise für Ausstellungen, Modeshows und andere Events genutzt. Darüber hinaus dienen die Rathenau-Hallen als Lager- und Logistikstandort.

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Blick von den künftigen Offices in die geplante Markt- und Kunststraße © Tchoban Voss Architekten

2019 erwarb der Projektentwickler BaseCamp das 69.000 Quadratmeter große, unter Denkmalschutz stehende Areal und plant nun unter dem Namen Urban Banks Berlin zwei sich ergänzende Projektteile. Es sollen zum einen hochwertige Büroflächen mit Loft-Charakter und zum anderen ein Campus für junges Urbanes Wohnen entstehen. So wird ein neues Quartier geschaffen, welches erstmals dauerhaft auch für die Nachbarschaft offensteht.

BaseCamp verfolgt gemeinsam mit dem Architekturbüro Tchoban Voss den Ansatz, das Areal denkmalgerecht zu sanieren, zu revitalisieren und durch zusätzliche nachhaltige Neubauten zu ergänzen – so können Denkmal und Umgebung zu einem einzigartigen bauhistorischen und kulturellen Erlebnis verschmelzen, das die industriellen Wurzeln aufgreift und gleichzeitig auch modernen gewerblichen Nutzungen eine Heimat bietet. Beispielsweise sollen die Hallen durch freitragende Stahlwerkskonstruktionen erweitert werden, um die Nutzfläche zu vergrößern und separat nutzbare Gewerbeflächen zu schaffen.

Historisch und architektonisch betrachtet sind die Rathenau-Hallen ein Paradebeispiel für die Architektursprache im Industriesektor der Gründerzeit. Es wird viel Wert daraufgelegt, dass die alten, teilweise seit 1898 bestehenden Gebäude in Abstimmung mit dem Denkmalschutz saniert werden, um im alten Glanz zu erstrahlen.

Im neuen Quartier mit dem Namen Urban Banks Berlin, soll auf ca. 54.500 Quadratmetern Grundstücksfläche der Bereich des Rathenau-Hallen-Office entstehen und auf ca. 14.600 Quadratmetern der BaseCamp Student Campus, mit Long- und Short-Stay Möglichkeiten, wie es sie bereits in anderen großen Städten wie Leipzig und Kopenhagen gibt. Dazu entstehen Co-Working-, Freizeit- sowie Gemeinschaftsflächen, während entlang der Spree ein neuer, öffentlich gesicherter Uferweg mit Marktplatz und Sportgeräten sowie Gastronomie für Aufenthaltsqualität sorgt. Als Nutzungen des Office-Teils strebt BaseCamp etwa Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft an, schließlich ist die Hochschule HTW Berlin fußläufig erreichbar. Aber auch Start-ups werden sich ebenso wie etablierte Unternehmen in den denkmalgeschützten Hallen wohlfühlen. Ziel des Entwicklers ist es, Synergien zu schaffen zwischen Etablierten und Newcomern – typisch Berlin eben.

Der Marktplatz am Ufer soll als zentraler Ort im Kiez Anziehungs- und Treffpunkt zwischen Nachbarschaft, Studenten und Mitarbeitern werden. Wie von den Anwohnern gewünscht, bleibt auch der Supermarkt wie bisher Bestandteil des Konzeptes. Bis 2025 soll aus diesem Plan Realität geworden sein.

KF

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