Food Campus Berlin

FOOD CAMPUS BERLIN Ufer
FOOD CAMPUS BERLIN – Zukunftsplattform für Ernährung und Klimaschutz. Arbeiten. Forschen. Produzieren. An einem Ort. Mitten in Berlin. Blick Richtung Nordwesten vom Südufer des Teltowkanals aus. © TCHOBAN VOSS ARCHITEKTEN

In Tempelhof-Schöneberg entsteht ein Innovationszentrum der Lebensmittelbranche

Umweltverschmutzung, Bevölkerungswachstum und der Verlust von Artenvielfalt zählen zu den größten Herausforderungen der Zeit. Eine gesunde Ernährung und der Erhalt der Ökosysteme sind wichtig, um eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen zu garantieren. Hier setzt der Food Campus Berlin an, der am Teltowkanal in Tempelhof entsteht. Noch im April 2022 soll es zum Spatenstich kommen, dann gehen die Bauarbeiten los. Die Eröffnung des Food Campus ist im Jahr 2024 geplant.

Früher Kohle-Umschlagplatz, zukünftig Innovationszentrum

Mit dem Food Campus entwickelt die Artprojekt Real Estate GmbH in der Nähe der Komturbrücke im Industriegebiet Tempelhof-Ost ein Innovationszentrum für die Lebensmittelbranche. Wo früher der größte Kohle-Umschlagplatz Berlins war, soll zukünftig auf 40.000 Quadratmetern Geschossfläche rund um das Thema Lebensmittel produziert, geforscht und gearbeitet werden. Knapp 200 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das ambitionierte Projekt. „Der Lebensmittelmarkt verlangt nach innovativen Produkten, die gut für die Menschen und gut für den Planeten sind. Der Immobilienmarkt verlangt nach nachhaltigen Gebäuden“, so Thomas Hölzel, geschäftsführender Gesellschafter der Artprojekt Entwicklungen GmbH. „Start-up-Ideen werden skaliert und für die Öffentlichkeit erfahrbar gemacht. Etablierte Unternehmen finden ideale Bedingungen und den richtigen Spirit für eigene Leuchtturmkonzepte, Spin-offs und Inkubator-Programme.“

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FOOD CAMPUS BERLIN – Zukunftsplattform für Ernährung und Klimaschutz. Arbeiten. Forschen. Produzieren. An einem Ort. Mitten in Berlin. Blick Richtung Südosten von der Teilestraße aus. © TCHOBAN VOSS ARCHITEKTEN

Versuchsküchen, Büros, Kantine 2.0

Die Verantwortlichen haben sich viel vorgenommen: „In den Spannungsfeldern zwischen Planetary Health und  Regionalität sowie Digitalisierung und Foodhandwerk werden Wissenschaftler:innen, Köch:innen, Lebensmitteltechnolog:innen, Bauern und Bäuerinnen sowie Technolog:innen und Food-Handwerker:innen Hand in Hand an Konzepten für die Welt von morgen  arbeiten“, erklärt Jörg Reuter, Geschäftsführer der Artprojekt Nature & Nutrition GmbH. In den Campus-Gebäuden entstehen Büros, Produktionsflächen – teilweise gläsern – sowie Labore, Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen und Versuchsküchen, ergänzt durch Community-Areas für Urban Farming und Veranstaltungen. Hinzu kommt eine Kantine für 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in wenigen Jahren den Campus bevölkern.

Für das Gebäude wird nach den Standards des US Green Building Council die Platin-Zertifizierung angestrebt. Installationen für regenerative Energiegewinnung, wie Geothermie und Photovoltaik, sind geplant. In den Bereichen der Büronutzungen wird der konstruktive Rohbau mit einer Holz-Hybrid-Bauweise errichtet. Der daraus resultierende Gewinn in der CO2-Bilanz wird in die Ökobilanz einbezogen. Diese Bilanz bewertet den gesamten Lebenszyklus der Bauausführung und den späteren Betrieb.

Hohe Ansprüche und viele Ideen – erst in Berlin, danach international

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Jörg Reuter © Caro Hoene

Mit Jörg Reuter hat die Artprojekt GmbH einen Vordenker der Lebensmittelbranche für die Geschäftsführung der Artprojekt Nature & Nutrition GmbH gewonnen. Damit ist Reuter für die inhaltliche Konzeption und Kuratierung des Food Campus Berlin verantwortlich. Mit der Vision, Bioprodukte aus der Nische zu holen und erfolgreich zu machen, hat er in den vergangenen zwanzig Jahren Handelsunternehmen und Markenhersteller in Deutschland und der Schweiz beraten. An Ideen mangelt es dem studierten Agrarwissenschaftler auch für den Food Campus nicht: „Ich hätte sogar konkrete Vorstellungen: den ersten Lehrstuhl für alternative Proteine, den ersten Lehrstuhl für Regionalität und Resilienz und den ersten Lehrstuhl für Nachhaltigkeit in der Lebensmittelwirtschaft. All das gibt es im deutschsprachigen Raum noch nicht. Schon gar nicht in direkter Anbindung an einem Ort, an dem tägliche Lebensmittel produziert werden“, so Reuter im Interview mit einem Berliner Stadtmagazin.

Der Food Campus Berlin soll nicht nur besonders innovative Projekte der Lebensmittelwirtschaft fördern, er ist selbst ein Leuchtturmprojekt. Verläuft das Projekt erfolgreich, dann sind weitere Standorte geplant. Die Gebäude werden mehrheitlich an Investoren veräußert und inhaltlich von der Artprojekt GmbH kuratiert und gemanagt.

Fritz Thormann

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