Europacity

Die Pläne für die nördlich der Invalidenstraße konzipierte Europacity werden konkreter: In dem circa 40 Hektar umfassenden Areal zwischen Nordhafen, Heidestraße und Humboldthafen sollen unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte Flächen für Wohnungen, Büros, Einzelhandel sowie Gewerbe entstehen. Geplant ist für das dank seiner Nähe zum Hauptbahnhof sehr attraktiv gelegene Areal außerdem die Schaffung eines umfangreichen Freizeitangebots für die zukünftigen Anwohner. Sechs hinsichtlich Bautypologie und zukünftiger Nutzung unterschiedene Teilbereiche sollen eine differenzierte sowie urbane Mischung zum Wohnen und Arbeiten garantieren.

Promenaden, Wohnungen und Galerien

Im Rahmen des vom Berliner Senat 2009 bewilligten städtebaulichen Entwicklungskonzepts „Masterplan Berlin Heidestraße“ nimmt die zukünftige Europacity nun immer mehr Gestalt an. Im Januar erwarb ein Joint Venture ein Baugrundstück mit einer Fläche von zweieinhalb Hektar. Auf diesem, zwischen der Heidestraße und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal gelegenen Areal sollen 490 frei finanzierte Mietwohnungen entstehen. Wie die Gebäude aussehen sollen, steht noch nicht fest. Gemeinsam mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher soll dazu bald ein Architekturwettbewerb ins Leben gerufen werden. Die Eigentümer wollen jedoch noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten beginnen. Die ersten Wohnungen könnten dann bereits Ende 2018 bezogen werden. Zudem ist eine Kindertagesstätte mit 45 Plätzen geplant. Für das Gelände rund um das „Museum für Gegenwart“ am Hamburger Bahnhof sind Flächen für Kunstgalerien vorgesehen. Für das gegenüberliegende Grundstück wurde ein 10.000 Quadratmeter umfassender Komplex für den Apotheker-Verband angekündigt. Die Uferpromenade entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals soll das „grüne Rückgrat“ der „Europacity“ bilden.

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Kunstcampus der Firma Groth © Groth Gruppe

Über 1.500 neue Wohnungen geplant

Die das Zentrum des neuen Viertels bildende Heidestraße will der Berliner Senat zu einem großen Boulevard ausbauen lassen. Für den dort geplanten „Stadtplatz“ sind unter anderem Restaurants, Cafés sowie Geschäfte in den Erdgeschossen der angrenzenden Immobilien vorgesehen. Südlich sollen ein Büro- und Geschäftshaus sowie 200 Wohnungen entstehen. Die Bauarbeiten dafür werden im Frühjahr 2017 beginnen. In der unmittelbaren Nachbarschaft sind zudem weitere Immobilien mit weiteren 550 Wohnungen geplant. Hier soll der Baustart bereits dieses Jahr erfolgen. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden damit in der zukünftigen „Europacity“ insgesamt mehr als 1.500 neue Wohnungen entstehen.

Über 1500 neue Wohnungen entstehen in den kommenden 3 Jahren in der Europacity

Bereits jetzt ist viel geschehen: Das erste Gebäude des neuen Stadtviertels, der „Tour Total Berlin“, wurde bereits im Oktober 2012 fertiggestellt. In dem 69 Meter hohen und 17 Etagen umfassenden Hochhaus befindet sich die deutsche Zentrale des französischen Mineralölunternehmens Total. Die Bauarbeiten für den Boulevard an der Heidestraße laufen seit September 2013, angekündigt wurde eine Fertigstellung bis Ende 2016. Das Richtfest für die bis zu 13 Geschosse umfassende Zentrale des Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz fand im September des vergangenen Jahres statt. Zum Wahrzeichen des Viertels könnte das „Palais Europacity“ werden: Das von dem Kopenhagener Architekturbüro „3XN“ entworfene, an einen riesigen Glaswürfel erinnernde Bürogebäude wird ab diesem Jahr auf dem Washingtonplatz am Hauptbahnhof errichtet. Neben Büroflächen wird es auch gehobene Eigentumswohnungen beherbergen. Die Stadt rechnet mit der Fertigstellung der meisten Gebäude in der zukünftigen „Europacity“ – eine gute Konjunktur vorausgesetzt – bis zum Jahr 2020. Ohne Zweifel: Spätestens dann wird Berlin Mitte um ein attraktives Viertel zum Wohnen und Arbeiten reicher sein!

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