Der gesunde Schlaf

Ideen und Tipps für das Schlafzimmer

Anfang Juli 2015 veröffentlicht Akshat Rathi von der Universität in Oxford einen Artikel darüber, dass ein erwachsener Mensch theoretisch mit nur 4,5 Stunden Schlaf pro Tag auskommt. Er selbst hat es ein Jahr lang durchgehalten – und zwar mit 3,5 Stunden durchgängigem Schlaf in der Nacht und drei mal 20 Minuten powernapping tagsüber. Ob das nun auf Dauer gesund ist, darüber sind noch keine relevanten Forschungsergebnisse bekannt. Andere Forscher hingegen sind sich einig, dass ein Erwachsener Mensch zwischen 18 und 64 Jahren täglich 6 bis 10 Stunden Schlaf benötigt. Letztlich muss aber jeder für sich selbst herausfinden, wie viel Schlaf er braucht. Dabei ist nicht nur die Länge sondern auch die Qualität des Schlafes entscheidend. Mit der passenden Einrichtung ist es möglich, zu einem ruhigen und erholsamen Schlaf zu finden.

Das Bett

Wendet man die altbewährten Methoden des Feng-Shui an, dann gilt bereits die Position des Bettes als eine wichtige Komponente im Schlafzimmer. Hierbei sollte zum Beispiel das Bett mit dem Kopfende an einer festen Wand stehen, die während des Schlafens eine schützende Funktion einnimmt. Platzieren Sie es nach Möglichkeit auch nicht genau zwischen oder gegenüber zweier Türen oder Fenstern, da hierbei ein (gedachter) Durchzug entsteht, der den ruhigen Schlaf stören kann.

Für eine umfassende Erholung ist vorallem die Qualität des Schlafes wichtig.

Bei der Bettgröße sollten Sie darauf achten, dass sich das Bett gut in den Raum einfügt, sodass Sie sich weder von diesem erdrückt, noch in ihm verloren und ungeschützt fühlen. In gewissem Maße haben Sie allerdings auch die Möglichkeit z.B. den Raum durch Spiegeltüren an einer Schrankwand zu vergrößern oder ihn durch ausladende Möbel zu verkleinern.

Für welche Art von Bett Sie sich entscheiden hängt einzig und allein von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Wir möchten Ihnen im Folgenden gerne einen kurzen Überblick über die gängigsten Bettvarianten verschaffen:

Boxspringbetten – mehr als nur ein Trend

Seinen Ursprung hat das Boxspringbett in Amerika und Skandinavien. Zum Ende des 19. Jahrhunderts suchte man nach einer Möglichkeit, die Matratze vom Boden entfernt zu lagern und somit eine bessere Hygiene und Schutz für die Matratze, gleichzeitig aber auch höheren Komfort zu erzielen. Daraufhin wurde die Idee des unteren Bettgestells bzw. des sogenannten Boxspring (für engl. Box = Kasten und Spring = Feder) geboren. Dieses bildet heute die Grundlage jedes Boxspringbettes und besteht bei guter Qualität aus einer Bonellfederkernmatratze. Bei dieser sind die Federn aus Stahldraht wiederum per Draht alle miteinander verbunden, sodass eine gleichmäßige Verteilung der Belastung gewährleistet wird. Auf dem Boxspring wird bei hochwertigen Betten eine Taschenfederkernmatratze gelegt, welche sich besonders gut dem Körper anpasst. Teilweise setzen Hersteller auch Taschenfederkernmatratzen als Boxspring ein, was für höheren Komfort sorgt. Noch mehr Qualität verspricht eine obere Matratze mit Tonnentaschenfedern, welche punktuell mehr Widerstand leisten, je mehr Gewicht auf ihnen lastet. Dadurch spricht man hier oft von einer progressiven Federleistung.

Zu guter Letzt wird die Konstruktion von einem sogenannten Topper abgeschlossen. Dieser besteht entweder aus Visco-Schaum oder Kaltschaum. Visco-Schaum hat die Eigenschaft auf Körperwärme zu reagieren und sich so Ihrer Schlafposition genau anzupassen. Besonders zu schätzen wissen dies Leute mit Rückenleiden. Allerdings geschieht die Anpassung etwas träge, wodurch diese Matratze nicht so gut geeignet für Leute ist, die sich viel im Schlaf bewegen. Diese greifen lieber zu einer Kaltschaummatratze, bei welcher das Liegegefühl etwas härter ist, die Anpassung an die Schlafposition aber sehr viel schneller stattfindet. Darüber hinaus hat diese eine gute Wärmeisolierung für alle, die leicht frieren.

Auch die Position des Bettes ist eine wichtige Komponente für einen ruhigen Schlaf. 

Boxspringbetten unterstützen ohne Frage durch ihre Optik das Ambiente des Schlafzimmers und der hohe Aufbau ermöglicht einen leichten Ein- und Ausstieg. Gleichzeitig werden Boxspringbetten von vielen Ärzten Patienten mit Rückenproblemen empfohlen, da dieser hier am besten gestützt wird. Allerdings lässt sich auch mit einem herkömmlichen Bett mit Lattenrost ein sehr guter Schlafkomfort erreichen.

Betten mit Lattenrost

Bei dieser in Deutschland und anderen weiten Teilen der Welt verbreiteten Bettvariante besteht das Gestell entweder aus Metall, Holz oder Kunststoff. Dieses Gestell bildet den Rahmen auf dem der Lattenrost eingelassen wird. Diesen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen auf dem Markt – teils mit höhenverstellbaren Kopf- und Fußstützen, teils komplett hochklappbar, um an darunter liegenden Stauraum zu gelangen, teils sind sie sogar elektrisch einstellbar. Früher hatte der Lattenrost häufig nur sehr wenige breite Latten, mittlerweile sind sie in der Regel mit 28 oder 44 Leisten ausgestattet, die wiederum in verschiedene Zonen eingeteilt sind in denen sich der Widerstand je nach Bedarf anpassen lässt. Auf den Lattenrost wiederum kommt die Matratze. Diese gibt es in unzähligen verschiedenen Varianten. Von Federkernmatratzen, über Kaltschaummatratzen  bis hin zu Latexmatratzen, sollte für jeden das passende Modell dabei sein. Von einem sehr hohen Preis sollte man sich bei der Auswahl der Matratze allerdings nicht täuschen lassen. Schließlich kommt es nur darauf an, dass Sie sich wohl und ausgeruht fühlen. Erkundigen Sie sich bei den Herstellern auch nach der Möglichkeit des Probeschlafens über einen längeren Zeitraum und ob die eventuelle Rückgabe kostenlos ist.

Wasserbetten

Wer schon einmal in einem Wasserbett gelegen hat, wird festgestellt haben, dass es sich überall gleich gut liegt. Genau das ist der entscheidende Vorteil von Wasserbetten. Wo sich bei einem Bett für zwei Personen eine unangenehme Ritze befindet, kann das Wasserbett mit einer durchgängigen gleichmäßigen Liegefläche punkten. Außerdem ist die Wassermatratze im Prinzip auch durch dauerhafte Belastung unverformbar und behält sehr lange ihren Zustand wie neu. Im Winter werden Sie Ihr Wasserbett lieben, denn es ist in der Regel mit einer elektrischen Heizung ausgestattet, die das Bett auf angenehme Temperaturen bringt. Auch wer gegen Hausstaub oder Milben allergisch ist, hat mit diesem Bett eine gute Wahl getroffen, da sich durch einfaches Abwischen nahezu alle Schmutzpartikel entfernen lassen. Wer mit dem Gedanken spielt ein Wasserbett zu kaufen, sollte im Auge behalten, dass das Bett inklusive der Wasserfüllung ca. 800 kg wiegen kann und Sie sich bei Altbauten nach der Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion vorher erkundigen sollten. 

Die Bettwäsche

Kaum etwas trägt so sehr zum eigenen Wohlbefinden bei, wie die Bettwäsche, die wir die ganze Nacht über an unsere Haut lassen. Glücklicherweise bieten verschiedene Onlineshops und Einzelhändler eine breite Palette verschiedener Materialen in allen Größen und Farben an. Auch bei der Bettwäsche ist es nicht viel anders als bei der Garderobe. Jede Saison kommen neue Kollektionen der Modedesigner auf den Markt. Zu jeder Jahreszeit gibt es die passende Farbgestaltung. Dennoch wird Bettwäsche nie zu einer Saisonware werden, daher entscheiden sich die meisten für das klassische und schlichte Design, zumal dies in der Regel günstiger ist. Solange Sie sich aber darin wohl fühlen, können Sie mit ausgewählten Mustern und Farben auch herrliche Akzente in dem sonst eher eintönig-ruhigen Schlafzimmer setzen.

Kaum etwas trägt man so lange auf der Haut, wie die Bettwäsche.

Baumwolle: Baumwollbettwäsche ist angenehm weich und kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, die sie mit der Zeit wieder abgibt. Sie ist außerdem bekannt für ihre geschmeidige Oberfläche und die besondere Strapazierfähigkeit (weiße Baumwollbettwäsche ist bis 95 °C waschbar). Der Stoff ist mit seinen natürlichen Materialien gut geeignet für Allergiker. Im Winter können Sie sich auf ihre zuverlässigen wärmenden und dennoch atmungsaktiven Eigenschaften verlassen.

Seide/Satin: Seide und Satin bieten ein unvergleichlich luxuriöses Gefühl auf der Haut und sehen dabei besonders elegant aus. Da reiner Seidenstoff verhältnismäßig teuer ist, hat sich das aus Seide gewebte Satin mittlerweile in vielen Haushalten durchgesetzt. Satin ist formbeständig und hat kühlende Eigenschaften, wodurch sich diese Bettwäsche besonders für die warmen Sommermonate eignet. 

Mikrofaser: Mikrofaser ist ein Material, welches aus Fasern besteht, die nicht ganz so dick wie die der Baumwolle oder Seide sind. Dadurch ist Mikrofaserbettwäsche besonders weich, formbeständig und pflegeleicht. Sie ist sehr gut für Allergiker geeignet, da Milben und Hausstaub nur wenige Chancen haben sich in der Bettwäsche einzunisten. Diese Bettwäsche ist bei 60 Grad Celsius waschbar.

Leinen: Bettwäsche aus hochwertigem Leinen wird aus der Flachspflanze hergestellt und ist ein sehr haltbarer Stoff. Durch die sehr gute Saugfähigkeit und ihre kühlenden Eigenschaften ist sie besonders in warmen Sommernächten gefragt. Sie knittert recht schnell, sieht aber trotzdem weiterhin aufgrund des seidigen Glanzes edel aus. Darüber hinaus ist sie auch kochfest. 

Biber: Diese ist aus dichtem Baumwollgewebe gefertigt, das aufgeraut wurde. Sie fühlt sich schön flauschig und warm auf der Haut an und findet daher ihren Einsatz vornehmlich bei kühlen Temperaturen. 

Die Raumgestaltung

Wenn es daran geht das Schlafzimmer einzurichten, sollten Sie von Anfang an daran denken, dass dieses der Raum wird in dem Sie schlafen! sollen. Verzichten Sie also nach Möglichkeit auf alles, was Sie an die alltäglichen Dinge denken lässt. Hierzu gehören insbesondere der Arbeitstisch, Bücher oder auch der Wäscheständer. Wenn es nicht anders geht, dann verstecken Sie die Sachen hinter einer Trennwand oder einem Vorhang.

Wenn Ihr Schlafzimmer eine niedrige Decke hat, greifen Sie zum Ausgleich ruhig zu deckenhohem Mobiliar. Das bietet nicht nur eine Menge Stauraum sondern lässt die Decke optisch auch höher wirken. Haben Sie hingegen sehr hohe Wände, so können Sie durch geschickte farbliche Aufteilung der Wände erreichen, dass diese niedriger wirken. Nur sehr große Räume brauchen auch großes Mobiliar. Stellen Sie das Zimmer jedoch nicht voll mit Möbeln bei denen Sie am Ende kaum noch Platz zum Laufen haben. 

Lassen Sie sich bei der Einrichtung Ihres Schlafzimmers von Ihrem persönlichen Wohlbefinden inspirieren.

Bei der Wahl der Vorhänge bzw. Rollos überlegen Sie einfach, bei welcher Helligkeit Sie am besten schlafen können. Verstecken Sie allen Stauraum hinter Vorhängen, Spiegeln oder Gleittüren. Lassen Sie das Zimmer immer in aufgeräumten Zustand. Nur so kann das Gehirn auch in einem „aufgeräumten“ Zustand einschlafen.

Verleihen Sie Ihrem Schlafgemach durch einige Accessoires wie Bilder, kleinen Blumen oder anderen persönlichen Gegenständen eine individuelle Atmosphäre. Große Pflanzen sollten Sie aber ins Wohnzimmer oder in die Küche stellen, da diese in der Nacht Kohlendioxid abgeben, welches sich negativ auf den Schlaf auswirkt.

Wenn es an die Entscheidung für eine Wandfarbe geht, bleiben Sie bei einem Farbton für das gesamte Zimmer. Zu verspielte und unterschiedliche Farben bringen Unruhe ins Schlafzimmer. Helle Farben wirken befreiend. Dunkle Farben sorgen für Geborgenheit. Lassen Sie sich hierbei von Ihrem persönlichen Wohlbefinden inspirieren.

Zuletzt investieren Sie noch etwas Zeit in die Beleuchtung. Schon kleine Lichtquellen können eine große Wirkung haben. Zum Beispiel als Hintergrundbeleuchtung von Bett, Bildern und Schränken oder als lokale Lichtquelle wie einer Nachttischlampe. Kombinieren Sie mehrere Lichtquellen, um eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen.

Christopher Barz

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