Bodenständiger Visionär

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Jan Kretzschmar © KW-Development

Jan Kretzschmar hat vor knapp fünf Jahren das Unternehmen KW-Development ins Leben gerufen und stemmt seither große Wohnbauprojekte. Zu den ambitioniertesten Vorhaben gehört die architektonische und funktionale Transformation der Beelitz-Heilstätten. Grund genug, um mit Herrn Kretzschmar über aktuelle Projekte und seiner Vision von Berlin zu sprechen.

Wie verlief Ihr beruflicher Weg in den Bereich Immobilienentwicklung und Bauträgerschaft?

Jan Kretzschmar: Vor der Gründung der KW-Development GmbH war ich 15 Jahre lang bei einem der führenden Entwickler und Bauträger in verantwortlicher Funktion tätig und habe Projekte wie Richards Garten, das Schweizer Viertel oder auch The Charleston realisiert. Diese Kompetenz nutze ich mit meinem hervorragenden Team seit Ende 2012 für meine KW-Development.

Welche Leistungen bietet Ihr Unternehmen an und wie sind Sie mit dem Baugewerbe verzahnt?

Die KW-Development ist ein Projektentwickler, dessen Spektrum über den klassischen Wohnungsbau hinausgeht. Im Campus Babelsberg bauen wir neben einem Wohnquartier auch einen Supermarkt, ein Gründerzentrum, Studentenappartements und ein Bürohaus, in dem wir Flächen für private Universitäten schaffen. Aber auch die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften gehören zu unseren Kunden und in Karlshorst bauen wir gerade für eine Genossenschaft. Andere Projekte wie das Potsdamer Brunnen Viertel und die Grüne Aue Biesdorf entwickeln wir dagegen in Eigenregie.

Ihr Unternehmen ist als Bauträger tätig. Wo entstehenden derzeit Neubauprojekte?

Wir haben seit Gründung rund 2.000 Wohneinheiten errichtet und noch einmal so viele sind aktuell in der Umsetzung. Die Zahl unserer aktuellen Projekte ist zweistellig. Dabei konzentrieren wir uns auf gut angebundene, grüne Standorte wie etwa Potsdam-Babelsberg oder die Berliner Ortsteile Adlershof und Biesdorf und entwickeln nach Möglichkeit das ganze Quartier neu. Aktuell arbeiten wir u.a. an der Sanierung der Denkmäler in Beelitz Heilstätten, schon im Herbst sollen dort die ersten Bewohner einziehen. Aber auch das Brunnen Viertel in Potsdam und die Grüne Aue Biesdorf sind aktuelle Bauvorhaben, mit denen wir uns befassen. 

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Visualisierung Brunnen Viertel Potsdam © KW-Development

Was sind die gestalterischen und qualitativen Highlights der letzten Projekte?

Wir arbeiten bei den meisten Projekten mit unseren Partnern Fuchshuber Architekten und Christoph Kohl Architekten zusammen, die architektonisch und städtebaulich ansprechende Entwürfe liefern. Für wichtig halte ich eine gesunde Mischung im Quartier, das sowohl Doppel- und Reihenhäuser als auch Miet- und Eigentumswohnungen umfasst. Besondere gestalterische Highlights sind sicherlich neben unserem generell hohen städtebaulichen und architektonischen Anspruch die Springbrunnen und das parkartige Umfeld im Potsdamer Brunnen Viertel. Aber auch das Pentagon, ein fünfeckiges Bürogebäude im Campus Potsdam ist ein Hingucker. Und natürlich die sanierten Baudenkmäler in Beelitz Heilstätten – da schaffen wir ein ganz neues Wohngefühl. 

In welchem Preissegment bewegen sich die Eigentumswohnungen?

Im Mittleren. Mit unseren Projekten für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins und für Genossenschaften haben wir bewiesen, dass wir kostengünstig bauen können. Dieses Wissen machen wir uns auch für alle unsere Projekte zunutze. 

Wer ist für den Vertrieb der Eigentumswohnungen verantwortlich?

Wir arbeiten gerne mit der Verimag Vertriebs- und Marketinggesellschaft, kurz VERIMAG, zusammen. Da besteht ein gutes Verständnis für unsere Projekte und ihre Bewohner und eine sehr gute Vertrauensbasis.

Was ist Ihre architektonische Vision für Berlin?

Ich finde, Berlin könnte im Zentrum einige Hochhäuser vertragen. Und ich glaube, dass Berlin das Bevölkerungswachstum nicht ohne sein Umland bewältigen kann. Die Stadt muss auch in die Fläche wachsen, daher wird die Verbindung zwischen Stadt und Land enger werden, vor allem entlang der Verkehrswege. 

Zu einem der größten Projekte dürfte die Sanierung der Heilstätten Beelitz gehören. Vor welchen Herausforderungen steht Ihr Unternehmen bei diesem Projekt und wird Beelitz künftig ein neues Wohnquartier?

Wer einmal vor Ort war und die historischen Heilstätten in Beelitz erlebt hat, den lässt dieser kreative Ort nicht mehr los. Nur eine halbe Stunde von Berlin entfernt steht dieses Kleinod aus rotem Klinker und verwunschener Waldlandschaft. Ich freue mich sehr darauf, die Gebäude denkmalgerecht zu sanieren und ihnen eine Nutzung zum Wohnen, Arbeiten und als Kreativraum zu geben. 

Viele Bauträger beklagen für Berlin und Potsdam die prekäre Situation im Bereich der verfügbaren Grundstücke. Was sind Ihre Erfahrungen und wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf?

Wir haben genügend Projekte und Vorhaben. Auch mit den Behörden läuft die Zusammenarbeit überwiegend problemlos, wobei mir die Stadt Potsdam gerade den Bau einer Seniorenresidenz und einer Kita untersagen möchte, weil diese auf Gewerbeflächen entstehen sollen. Da würde ich mir schon etwas mehr Flexibilität und Realitätssinn wünschen! Schließlich schaffen Senioreneinrichtungen und Kindergärten auch viele Arbeitsplätze. 

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Campus am Filmpark Babelsberg © KW-Development

Wie schätzen Sie die aktuelle Wohnsituation in Berlin ein?

Die Nachfrage nach Wohnraum in Berlin wird weiter stark bleiben, allerdings beobachten wir schon seit geraumer Zeit einen Trend zum Wohnen im Grünen – sei es in etwas ruhigeren Bezirken Berlins oder gleich in Brandenburg. Dieser Trend zum Umland, immer aber in Reichweite zur Stadt und mit einer entsprechenden verkehrlichen und sozialen Infrastruktur, wird anhalten. 

Was erwarten Sie von der zukünftigen Bundesregierung für die Immobilienwirtschaft?

Der Plan, Erstkäufer von der Grunderwerbssteuer zu entlasten, findet meine volle Zustimmung. Und die Energieeinsparverordnung sollte nicht immer weiter verschärft werden. Die Regierung sollte es vielmehr dem Bauträger überlassen, wie er die Vorgaben erreicht, damit dieser Dämmstoffwahnsinn ein Ende hat. Ansonsten gilt: Lasst uns einfach mal machen, der Markt braucht weniger statt mehr Regularien.

Wir haben Sie bei den Projekteröffnungen Brunnen Viertel und Pentagon in Potsdam kennengelernt und uns ist Ihre außergewöhnliche Lockerheit, gepaart mit einer sympathischen Souveränität, aufgefallen. Gibt es ein Erfolgsrezept wie man bei so vielen Projekten noch eine so „frische Ausstrahlung“ haben kann? 

Mir macht meine Arbeit Freude und ich bin zufrieden, wenn ich diese Freude für ein Projekt teilen kann. 

Das Interview führte Ulrich Barz für EXKLUSIV – Immobilien in Berlin

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