Tempelhof-Schöneberg

Bevorzugt wohnen und Vielfalt genießen

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Das KaDeWe ist das größte Warenhaus auf dem europäischen Kontinent © Motorrad-Presse.com / flickr.com

Vom berühmten Kaufhaus des Westens am schicken Tauentzien bis zum stillgelegten Flughafen Tempelhof, von der komfortablen Neubauwohnung in Schöneberg bis zum freistehenden Einfamilienhaus in Lichtenrade – kaum ein Berliner Bezirk bietet so eine Vielfalt an Lebens- und Wohnmöglichkeiten wie Tempelhof-Schöneberg.

Bei einer Gebietsreform im Jahr 2001 ist der innerstädtische Bezirk Schöneberg mit dem am Rand Berlins liegenden Bezirk Tempelhof zum heutigen Bezirk Tempelhof-Schöneberg vereint worden. Seinen Namen verdankt Tempelhof den Tempelrittern, die den Ort um 1200 herum gründeten. Das Dorf Schöneberg lag wohl auf einer Erhebung, dem „schönen Berg“, vor den Toren Berlins. Es wurde urkundlich erstmals im Jahr 1264 erwähnt.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg verfügt seit der Gebietsreform über sechs Ortsteile mit 345.000 Einwohnern. Tendenz steigend. So vielfältig Tempelhof-Schöneberg ist, so gegensätzlich ist es auch – von der weltstädtischen Flaniermeile über junge, alternative Kieze, großbürgerliche Wohngebiete bis hin zu dörflichen Gegenden am Stadtrand.

Wahrzeichen: Schöneberger Rathaus und Flughafen Tempelhof

„Ich bin ein Berliner!“ – wer kennt diesen Ausruf des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy nicht. Kennedy hat ihn den Berlinern 1963 vor dem Rathaus Schöneberg zugerufen. Da tobte gerade der Kalte Krieg. Viele ältere Berliner erinnern sich noch mit Tränen in den Augen daran.

Auch der Flughafen Tempelhof ist eng mit dem Kalten Krieg verbunden: Während der Berlin-Blockade landeten hier  in den Jahren 1948 und 1949 die „Rosinenbomber“ im Minutentakt. Sie sicherten das Überleben Berlins. Noch heute erinnert das von den Berlinern „Hungerkralle“ genannte Denkmal auf dem Platz der Luftbrücke an diese harte Zeit.

Bildung: Kitas und Schulen

Für die vielen Kinder in Tempelhof-Schöneberg gibt es mehr als 200 Kindertagesstätten, teilweise 3 in einer Straße. Auch Schulkinder und Jugendliche brauchen keine langen Wege auf sich zu nehmen: 33 Grundschulen, 12 Integrierten Sekundarschulen, 9 Gymnasien und 3 Sonderschulen stehen im Bezirk zur Verfügung.

Parks und Freizeitflächen

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Beliebt bei Groß und Klein – der Park am Gleisdreieck © Alper Çuğun / flickr.com CC BY 2.0

Tempelhof-Schöneberg ist ein grüner Bezirk: 14 Parks laden zum Erholen ein. Vom außerhalb gelegenen Volkspark Mariendorf bis zum sehr zentralen Park am Gleisdreieck. Der Park am Gleisdreieck, der nur teilweise zu Schöneberg gehört, ist der jüngste Park des Bezirks. Er wurde erst 2014 eröffnet und an seinen Rändern sind für Mieter und Eigentümer gleichermaßen attraktive Neubauprojekte entstanden.

Die Bezirksverwaltung stellt viele Freizeitmöglichkeiten bereit: 172 Kinderspielplätze, 7 Hallen-, Frei- und Sommerbäder sowie 115 Sportanlagen und sogar eine Trabrennbahn in Mariendorf. Insgesamt kommt der Bezirk so auf über eine Million Quadratmeter Freizeitflächen – zusätzlich, zu den Parks!

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Ortsteile

Der einwohnerstärkste Stadtteil des Bezirks ist Schöneberg. Hier leben, mitten in der Stadt, über 120.000 Menschen. Schicke, bunte, alternative und gutbürgerliche Kieze prägen das Bild. 

Es ist nicht nur das Kaufhaus des Westens, das mit seinen rund 60.000 m² Verkaufsfläche eines der größten Kaufhäuser Europas ist und sowohl Berliner als auch Touristen in die Tauentzienstraße lockt. Viele weltbekannte Markenunternehmen sind dort zu finden. Neben dem Kudamm gehört sie zu der beliebtesten Einkaufsstraßen.

Am stark frequentierten U-Bahnhof Wittenbergplatz vorbei, gelangt man zum legendären Nollendorfplatz. Hier zeigt sich schnell, was mit „bunt“ gemeint ist, denn der Kiez zwischen Fugger-, Motz- und Eisenacher Straße ist seit den 1920er Jahren durch Kreative und Künstler jeder Art geprägt. Zahlreiche Bars, Cafés, Galerien, Visagisten, Bekleidungsläden, Buchgeschäfte und Restaurants locken Berliner und Touristen gleichermaßen an. Hier vergnügten sich vor dem Krieg bereits Erfolgsautor Klaus Mann und Chanson-Sängerin Claire Waldoff, in späteren Jahren Popikone David Bowie und heute ist es nicht ungewöhnlich, wenn Starfriseur Udo Walz über die Motzstraße flaniert. 

So vielfältig Tempelhof-Schöneberg ist, so gegensätzlich ist es auch

Der zum Nollendorfplatz nächstgelegene Platz ist der Winterfeldtplatz, der das Zentrum des attraktiven Winterfeldtkiezes bildet. Er ist für den größten Wochenmarkt Berlins bekannt, der dort zweimal in der Woche abgehalten wird. Sogar den Bundespräsidenten kann man hier samstags beim Einkaufen treffen. In den Straßen rundherum finden sich Antiquariate mit erlesenen Angeboten.

Die umliegenden herrschaftlichen Altbauten werden von anspruchsvollen Bewohnern mit gutem Einkommen bevölkert, denn die großzügigen Wohnungen in zentraler Lage kosten ihren Preis. Hochwertige Neubauten passen sich diesen Altbauten aus der Kaiserzeit geschickt an. Berühmt dafür ist das Wohnhaus von Hinrich Baller, das mit seiner ausgefallenen Architektur begeistert. Unterschiedlichste Restaurants, Cafés und Bars machen das Leben in diesem Kiez so lebenswert. Das wissen auch die vielen Prominenten, die hier bei Long Island Iced Tea oder Caffè Latte entspannen. 

Es schließt sich das Bayerische Viertel – rund um den Bayerischen Platz – an. In idyllischer Atmosphäre wohnen die Schöneberger hier in herrschaftlichen Altbauten mit gepflegten Grünanlagen. Doch der Zweite Weltkrieg hat auch in diesem Quartier Lücken gerissen, die im Baustil der 1950er Jahre wieder geschlossen wurden. Zu den bekanntesten Bewohnern des Bayerischen Viertels gehörten Albert Einstein, Marcel Reich-Ranicki und Erich Fromm.

Die südwestlich angrenzende frühere Villenkolonie Friedenau ist ein dichtbesiedelter und doch zum Wohnen sehr begehrter Ortsteil Tempelhof-Schönebergs. Strahlenförmig gehen Straßen vom zentralen Friedrich-Wilhelm-Platz in alle Himmelsrichtungen ab. Die aufwendig restaurierten und unter Denkmalschutz stehenden Bauten wurden im 20. Jahrhundert errichtet. Gäste aus aller Welt zieht es zum Künstlerfriedhof in der Stubenrauchstraße, auf dem auch Filmdiva Marlene Dietrich und Starfotograf Helmut Newton ihre letzte Ruhe gefunden haben. Friedenau gehört zu den begehrten Wohnlagen mit hohen Quadratmeterpreisen. Das erklärt sich durch die weitgehend intakten großzügigen Altbauten und durch die Nähe zur Steglitzer Schloßstraße. Diese beliebte Einkaufsstraße wird durch hochwertige Fachgeschäfte und große Shoppingcenter geprägt.

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Heute nicht mehr in Betrieb, der geschichtsträchtige & legendäre Flughafen Tempelhof © der Krümel / flickr.com

Wenn Berliner an den früheren Bezirk und heutigen Ortsteil Tempelhof denken, dann haben sie den ehemaligen Flughafen Tempelhof mit dem Tempelhofer Feld und das von den Hochzeiten der Industrialisierung zeugende, weithin sichtbare Ullsteinhaus vor Augen.

„Ich bin ein Berliner!“ – wer kennt diesen Satz des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy nicht.

Auf dem Tempelhofer Feld entstand ab 1923 einer der modernsten Flughäfen der Welt. Ohne ihn wäre Berlin zur Zeit der Blockade nicht überlebensfähig gewesen. Im Jahr 2008 ist dieser beliebte Flughafen geschlossen und seine Freiflächen sind zur allgemeinen Nutzung freigegeben worden. Bei fast jedem Wetter nutzen die Berliner seither das Areal: Kinder lassen Drachen steigen, Familien grillen, Sportler joggen, Jugendliche sonnen sich. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller wohnt direkt gegenüber am Tempelhofer Damm.

Die Gartenstadt Neu-Tempelhof, die aufgrund ihrer Straßennamen auch als Fliegerviertel bezeichne wird, ist eine ab dem Jahr 1911 entstandene Wohnsiedlung. Sie ist äußert beliebt und hat heute mehr als 16.000 Einwohnern. Als Gartenvorstadt Tempelhofer Feld entworfen, ist sie nicht nur die größte Anlage dieser Art in Berlin, sondern auch das bedeutendste Ensemble dieser Epoche im Bezirk.

Durch den modernisierten Bahnhof Südkreuz, an dem alle Fernzüge halten, die Berlin Richtung Süden verlassen oder die aus dem Süden nach Berlin hineinfahren, und die Stadtautobahn A100, bleiben der Ortsteil Tempelhof und der ganze Bezirk Tempelhof-Schöneberg – auch nach Verlust des Flughafens – bestens an den Verkehr angeschlossen. 

Mariendorf grenzt südlich an den Ortsteil Tempelhof. Es ist durch seine Trabrennbahn bekannt, auf der mit dem Deutschen Traberderby das bedeutendste Trabrennen Deutschlands stattfindet. Im Norden städtisch geprägt, wird die Bebauung im Süden weiträumiger. Auf die großen Wohnsiedlungen folgen Mehr- und Einfamilienhäuser.

Der Ortsteil Marienfelde unterscheidet sich in der Bebauungs- und Wohnraumstruktur nicht wesentlich von Mariendorf. Marienfelde hatte im Kalten Krieg durch das dortige Notaufnahmelager für Flüchtlinge und Spätaussiedler eine besondere Bedeutung.

Lichtenrade ist der südlichste Ortsteil Berlins. Er grenzt an Brandenburg. Seinen ländlichen Charakter erkennt man noch heute an der Struktur des Dorfangers mit der Dorfkirche. Doch auch hier treffen Gegensätze aufeinander, die den gesamten Bezirk so vielfältig machen: Neben der Dorfidylle stehen große Neubauanlagen.

Das Haus im Grünen, die großbürgerliche Altbauwohnung mit Stuck, Parkett und Kronleuchter, eine moderne Neubauwohnung mit allem Komfort in attraktiver Kiezlage – dies alles und noch viel mehr findet sich im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, der nicht umsonst zu den gefragtesten Bezirken Berlins gehört.

Bastian Behrens

 

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