Potsdam

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Potsdam: Leben und Wohnen zwischen Schloss- und Parkanlagen. Das ist die Stadt Friedrich des Großen, geprägt von großzügigen Schloss- und Parkanlagen, einer Lage im Grünen, an der Havel und diversen Seen, sowie einer Geschichte, die so vielfältig ist wie die Stadt selbst.
Obwohl die Stadt Potsdam heute sogar an die südwestlichen Bezirke Berlins angrenzt, hat sie trotz dieser unmittelbaren Nähe stets ihre Unabhängigkeit bewahrt.

Historische und kulturelle Höhepunkte

In der über 1000jährigen Geschichte, beginnend mit der Gründung im Mittelalter, erreichte Potsdam zur Zeit des Absolutismus nicht nur als Garnisonsstandort und Residenzstadt der Könige von Preußen sondern unter Friedrich II. auch einen kulturellen Höhepunkt. Letztlich ereignete sich hier auch ein Meilenstein zum Ende der Monarchie in Deutschland durch die Kriegserklärung 1914 im Neuen Palais durch Wilhelm II.

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Schloss Cecilienhof. © Rdalbera / flickr.com 
(http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de)

Später reichten sich in Potsdam nicht nur zu Beginn der dunkelsten Phase der Geschichte Deutschlands am Tag von Potsdam 1933 Hindenburg und Hitler, sondern zu deren Ende im Schloss Cecilienhof auch Stalin, Truman und Churchill bei der Potsdamer Konferenz 1945 die Hand. Ohne Handschlag gingen später während des Kalten Krieges Ost- und Westagenten bei ihrem Austausch dagegen still auf der Glienicker Brücke aneinander vorbei. Unmittelbare Auswirkung hat diese aufregende Historie auch auf die Stadtentwicklung, was sich in diversen Aus- und Eingemeindungen widerspiegelt. So besteht Potsdam heute aus sieben Stadtteilen, die das eigentliche zusammenhängende städtische Kerngebiet ausmachen. Zudem finden sich neun sogenannte Ortsteile, die eher dörflich, teilweise aber auch von Neubausiedlungen geprägt sind. Die bevölkerungsreichste und Hauptstadt Brandenburgs zählt heute rund 160 000 Einwohner mit stetig wachsenden Prognosen zur Bevölkerungszahl. Die Geschichte Potsdams spiegelt sich nicht nur in der 1990 von der UNESCO als größtes Ensemble der deutschen Welterbestätten in die Liste der Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit aufgenommenen Kulturlandschaft wider. Herausragendes Beispiel ist hier ohne Zweifel der Park Sanssouci und das gleichnamige Schloss im östlichen Teil des Parks. Insgesamt erstreckt sich diese Landschaft heute auf rund 500 ha Parkanlagen mit 150 Gebäuden aus der Zeit von 1730 bis 1916, zu denen neben den bekannten Schlössern auch weniger vermutete Orte wie das Krongut in Bornstedt und die Heilandskirche in Sacrow gehören.

Villen und Neubau in Potsdam

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Schloss Sanssouci liegt im östlichen Teil des Parks Sanssouci. © tm-dm
 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de)

Man sieht sie auch in der Fortsetzung der unter Friedrich II. begonnenen Tradition der Pflege der freien Wissenschaft und Kultur. So ist Potsdam heute mit drei öffentlichen sowie zusätzlichen privaten Hochschulen und mehr als 30 Forschungsinstituten Universitätsstadt und zugleich in Babelsberg mit den über die Bundesgrenzen hinaus bekannten Filmstudios, diversen Radio- und Fernsehsendern auch modernes kulturelles Zentrum. Aber Babelsberg ist als größter Stadtteil Potsdams nicht nur als Medienstandort bekannt, sondern zugleich durch das Villenviertel Neubabelsberg, das von so bedeutenden Architekten wie Mies van der Rohe, Walter Gropius und Le Corbusier konzipiert und nach der Entstehung in den 20er Jahren von wohlhabenden Berlinern, aber auch vielen Filmschauspielern bewohnt wurde. Einige dieser Villen wurden während der Potsdamer Konferenz als Herbergen für die Verhandlungsführer genutzt, die sogenannte Churchill-Villa wird heute von dem großzügigen Potsdam-Mäzen Hasso Plattner bewohnt. Im Ortskern sind darüber hinaus viele Gebäude aus der Gründerzeit erhalten und liebevoll restauriert, Lücken wurden nach der Wende mit postmodernen Neubauten gefüllt, was ein architektonisch interessantes Gesamtkonzept ergibt, speziell im Weberviertel. Wer dort ansässig werden möchte, muss sowohl für Doppel-, Reihen- und Einfamilienhäuser deutlich mehr als 300 000 € mit steigender Tendenz zahlen, für herrschaftliche Villen selbstverständlich mehr. DDR-Tradition und Moderne treffen im Sport aufeinander, so spielt der 1. FFC Turbine Potsdam, einer der weltbesten Vereine im Frauenfußball, in dem nach dem sozialdemokratischen Revolutionär Karl-Liebknecht benannten Stadion. Überhaupt ist Potsdam auch Sportstadt; das belegen rund 130 Sportvereine, in denen das gesamte Spektrum möglicher sportlicher Aktivitäten abgedeckt ist.

Shoppen und Bummeln in Potsdam

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Aus 134 Häusern bestehende Carrée stellt das größte geschlossene holländische Bauensemble außerhalb der Niederlande dar. © frans16611 / flickr.com
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Wer statt oder nach sportlichen Aktivitäten lieber shoppen gehen oder sich in gemütlichen bis hochklassigen Restaurants oder Straßencafés wohlfühlen möchte, liegt bei einem Bummel durch die Innenstadt, ausgehend vom Brandenburger Tor durch die Fußgängerzone und ihren Nebenstraßen bis hin zum Bassinplatz und dem angrenzenden Holländischem Viertel richtig.

Dieses ab 1732 im holländischen Stil gebaute, aus 134 Häusern bestehende Carrée stellt das größte geschlossene holländische Bauensemble außerhalb der Niederlande dar. Liebhaber von Kunstgewerbe und Antiquitäten werden hier sicher in kleinen, aber exquisiten Geschäften schnell fündig. Weitere sehenswerte Ziele in der Innenstadt sind der Alte Markt und der Neue Markt und insbesondere das erst kürzlich nach umfangreicher Restauration wieder hergestellte Stadtschloss, das nun dem Brandenburger Landtag als Sitz dient. Auf der anderen Seite des Brandenburger Tors beginnt mit der Brandenburger Vorstadt ein beliebtes Potsdamer Wohngebiet mit vielen original erhaltenen Altbauten mit großzügig dimensionierten Wohnungen. Der Mieter solcher Wohnungen muss sich auf rund 6,50 qm einstellen, für den Erwerb sind Preise ab 2300 qm zu erwarten. Noch etwas weiter stadtauswärts entstanden zwischen den Weltkriegen Wohnsiedlungen mit dem Charakter einer Gartenstadt, die heute, nach einer aufwändigen Restaurierung nach der Wende, unter Denkmalschutz stehen und begehrten Wohnraum bieten. Selbst die zu DDR-Zeiten errichteten Plattenbauten der Neubauwohngebiete „Auf dem Kiewitt“ und „Potsdam West“ haben durch ihre Lage, die Nähe zur Havel und zur Innenstadt, einen nicht vermuteten Reiz.

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Liebhaber von Kunstgewerbe und Antiquitäten werden hier sicher in kleinen, aber exquisiten Geschäften schnell fündig. 
© az1172 / flickr.com 
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Noch gediegenere Wohnlagen mit repräsentativen herrschaftlichen Villen, gründerzeitlichen Mietshäusern, großen historischen Verwaltungsbauten und militärischen Anlagen, die zunehmend kreativ für Wohnzwecke umgestaltet werden, finden sich nördlich des Stadtzentrums in der Nauener und Berliner Vorstadt. Speziell die Wohnlagen am Neuen See mit direktem Wasserzugang werden von Prominenten sehr geschätzt. In der Nauener Vorstadt findet sich auch die sogenannte Russische Kolonie Alexandrowka, entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die nach russischem Vorbild gebauten Häuser der insgesamt zwölf Gehöfte wurden in die Landschaft nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné eingefügt und bilden, vergleichbar dem Holländischen Viertel, eine Stadt in der Stadt. Weniger exklusiv, aber durchaus auch mit nicht zu unterschätzendem Wohnwert sind die teilweise denkmalgeschützten Stadtrand- und Eigenheimsiedlungen in Potsdam-Süd, den bevölkerungsreichsten Stadtteil Potsdams, in dem sich mit Waldstadt I, Waldstadt II und Am Schlaatz auch drei große Neubausiedlungen befinden. Am Schlaatz sind Wohnungen bereits ab 4,50 €/qm zur Miete und für knapp über 1000 € erwerbbar. Ähnliche Bebauung findet sich auch in Richtung Drewitz im Wohngebiet Am Stern, vielen Potsdamer eher durch das dortige Einkaufszentrum bekannt.

Viel Kultur und gute Anbindung

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Schloss Babelsberg. © pioilo /flickr.com
 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de)

Die zwar zu Potsdam, aber nicht zum eigentlichen Stadtgebiet gehörenden neun Ortsteile haben sehr unterschiedliche Ausprägung. So sind im Universitätsstandort Golm zwar viele Arbeitsstätten für Wissenschaftler, aber kaum Wohnungen zu finden. In Neu-Fahrland dagegen entstanden in den letzten Jahren und gegenwärtig noch immer moderne Wohnsiedlungen mit vielen Reihen-, Doppel- und freistehenden Einfamilienhäusern in einer naturnahen, familiengerechten Lage und Größe. Die Kaufpreise bewegen sich hier je nach Größe zwischen 200 000€ und 300 000. Zur Miete sind dort Objekte nur seltener verfügbar.

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Hans Otto Theater. © klara.kristina / flickr.com
 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de)

Aufgrund der hohen Attraktivität Potsdams, nicht zuletzt auch wegen des umfangreichen und differenzierten kulturellen Angebots mit etlichen Museen und dem weit über die Stadtgrenzen hinaus renommierten Hans-Otto-Theaters und der guten Verkehrsanbindung, sowohl im öffentlichen Nahverkehr des Großraum Berlins, als auch die über die Nuthe-Schnellstraße in wenigen Minuten zu erreichenden Autobahnen, und wegen des verstärktem Zuzugs nicht nur Prominenter in den letzten Jahren in die Landeshauptstadt ist der Wohnraum dort insgesamt knapp geworden, was natürlich auch Konsequenzen für die Preisgestaltung hat. So ist es zunehmend als ein Privileg zu verstehen in Potsdam wohnen zu können. Exklusiv / Jennifer Brehm

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