Marzahn-Hellersdorf

Wohnen im Hochhaus oder in einer Villa im Grünen?

Beides ist möglich, in Marzahn-Hellersdorf. Wer beim Namen des am nordöstlichen Berliner Stadtrand gelegenen Bezirks nur an DDR-Plattenbauten denkt, der wird nicht verstehen, warum Marzahn-Hellersdorf heute so begehrt ist wie nie zuvor.

Ein Mehr an Farben

Mitten in Marzahn-Hellersdorf wurde am 13. April 2017 die Internationale Gartenausstellung (IGA) unter dem Motto „Ein Mehr an Farben“ eröffnet. Aus verschiedenen Töpfen flossen laut IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt fast 100 Millionen Euro in diese erste Berliner Gartenausstellung. 50 Millionen Euro sind für die dauerhafte touristische Infrastruktur eingeplant worden. In Marzahn wurden für die IGA extra Rebstöcke gepflanzt. Der Hang mit der Rotweinsorte „Regent“ ist nur eine der vielen Überraschungen, die die Gartenausstellung den Besuchern auf 100 Hektar präsentierte.

Mittelpunkt der Ausstellung waren die Gärten der Welt. Hier lässt sich bereits jetzt die internationale Gartenkunst verschiedener Epochen und Regionen eindrucksvoll erleben. Ob orientalisch, chinesisch, japanisch, balinesisch oder europäisch: Der Garten ist in allen Kulturen der Welt ein Ort des Friedens, der Schönheit, des Wohlstands und des Glücks. Entspannung pur für jeden Besucher. Auf 21 Hektar laden in den Gärten der Welt neun aufwändig gestaltete Gartenanlagen zur Weltreise ein. Ein zehnter Themengarten, der Englische Garten, wurde im Rahmen der IGA eröffnet. Dieses Gartenerlebnis ist bereits ein Besuchermagnet, der mehr als 800.000 Gartenfreunde pro Jahr nach Marzahn-Hellersdorf zieht.

Rund um die weitläufigen Grünflächen herum gibt es sie natürlich, die berühmten Plattenbauten aus DDR-Zeiten, an die viele Berliner und Auswärtige sofort denken müssen, wenn sie „Marzahn“ und „Hellersdorf“ hören. Und das ist auch verständlich, denn ohne diese Großsiedlungen – in den 1970er und 1980er Jahren entstand hier Europas größtes Plattenbaugebiet – würde es keinen Bezirk Marzahn-Hellersdorf geben.

anzeige-hinweis Marzahn-HellersdorfProject-Immobilien-Banner-0516-2 Marzahn-Hellersdorf

Vom ländlichen Kreis zum wachsenden Bezirk

Die fünf Ortsteile Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf, aus denen der Bezirk heute besteht, stammen ursprünglich aus dem Landkreis Niederbarnim. Sie wurden 1920 nach Berlin eingemeindet. Gemeinsam mit den Ortsteilen Lichtenberg und Friedrichsfelde bildeten sie bis 1979 den Bezirk Lichtenberg.

Durch den Aufbau des Neubaugebiets wuchs Ende der 1970er Jahre vor allem der Ortsteil Marzahn. Im Jahr 1979 wurde aus den fünf den Bezirk bildenden Ortsteilen und dem nördlichen Teil von Friedrichsfelde der Bezirk Marzahn geschaffen. Nachdem die Einwohnerzahl durch die Entstehung der Plattenbaugebiete in Hellersdorf und Kaulsdorf ebenfalls weiter angestiegen war, wurde am 1. Juni 1986 aus den Ortsteilen Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf der Bezirk Hellersdorf gegründet, der bis zur Bezirksreform 2001 eigenständig blieb. Seit 2001 heißt der zusammengelegte Großbezirk nun Marzahn-Hellersdorf.

Heute leben 270.000 Einwohner in Marzahn-Hellersdorf. Tendenz steigend – und das aus zwei Gründen: In ganz Berlin steigen die Mieten, aber in den modernisierten Plattenbauten sind gute Wohnungen zu vergleichsweise günstigen Preisen zu bekommen. Und die eher ländlich geprägten Ortsteile Biesdorf und Mahlsdorf ziehen mit ihren Einfamilienhäusern stetig neue Familien an.

Im Jahr 1991 betrug das Durchschnittsalter der Menschen in den beiden Bezirken Marzahn und Hellersdorf ungefähr 30 Jahre. Es erhöhte sich bis 2009 um zwölf auf 42 Jahre. Der Grund dafür: nach der Wende zogen viele Bewohner in andere Stadtteile Berlins. Zu sehr erinnerte sie „die Platte“ an jahrzehntelange DDR-Tristesse. Das Durchschnittsalter beträgt heute 43 Jahre. Die Plattenbauwohnungen sind vielfach renoviert worden, ihr Leerstand liegt nur noch bei zwei Prozent. Bis 2030 wird der Bezirk vermutlich um 16.000 Bewohner wachsen.

Bildung steht hoch im Kurs

Die Schulen des Bezirks genießen hohes Ansehen. Daher ziehen seit einigen Jahren zunehmend Menschen wegen des Schulangebots nach Marzahn-Hellersdorf: 30 Grundschulen, zwölf Integrierte Sekundarschulen, fünf Gymnasien und zwei Oberstufenzentren stehen zur Verfügung. Und das bundesweit erste Kinderforscherzentrum – eine bereits mehrfach ausgezeichnete naturwissenschaftliche Lernwerkstatt – bietet auf 200 Quadratmetern Kindern die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Phänomene zu entdecken.

Höhere Geburtenzahlen und Zuzüge führen dazu, dass die Schülerzahlen bis 2020 voraussichtlich um 30 Prozent steigen werden. Damit liegt Marzahn-Hellersdorf, nach dem Bezirk Pankow, auf dem zweiten Platz der Bezirke mit dem höchsten Wachstum der Schülerzahlen.

Reich an Kultur und Sport

Seit über zehn Jahren besteht das Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf. Im Park des Schlosses Biesdorf liegt die Parkbühne mit 5.000 Plätzen. Sie wird häufig für Konzertveranstaltungen, Parkfeste und Schulveranstaltungen genutzt. Und wer lieber ins Kino geht, der findet elf davon im Bezirk.

Ein gutes Beispiel für die anspruchsvollen Museen ist das von Charlotte von Mahlsdorf aufgebaute Gründerzeitmuseum: 1960 eröffnete sie, in dem von ihr geretteten Gutshaus, eine private Sammlung von gründerzeitlichen Möbeln und mechanischen Musikinstrumenten aus der Zeit der Jahrhundertwende. Beeindruckend ist, neben dem Musikmaschinenzimmer, besonders der komplett erhaltene Tresen der legendären Kneipe „Mulackritze“ aus dem berühmt-berüchtigten Scheunenviertel in Berlin-Mitte. Im Haus und dem großzügigen Garten wird ein anspruchsvolles Kulturprogramm geboten.

Viele Sportvereine und Sportanlagen existieren im Bezirk. Überregionale Bedeutung besitzt der Athletik-Club Berlin, der bereits mehrere Deutsche und Berliner Meister in der Leichtathletik hervorgebracht hat.

Rundum gesund

Was nützen die schönsten Wohnungen, Häuser, Gärten, Museen und Sportarten, wenn die Gesundheit nicht mitspielt? Damit es soweit nicht kommt, bieten das Ärztehaus im Stadtteilzentrum „Helle Mitte“ und das Gesundheitszentrum am Unfallkrankenhaus Berlin eine umfassende Versorgung an. Am Elsterwerdaer Platz hat sich ein Präventions- und Facharztzentrum etabliert. Darüber hinaus sichern Gesundheitszentren in den Stadtteilen eine nahe ambulante Versorgung.

Mit dem berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Berlin und der Augenklinik Marzahn verfügt der Bezirk über zwei Gesundheitseinrichtungen, die weit über die Grenzen der Region hinaus Menschen versorgen. In der Geburtsklinik des Vivantes-Klinikums werden jährlich mehr als 1.000 Kinder geboren.

Die Wirtschaft brummt

Mit seinen attraktiven Industrie- und Gewerbeparks, der gut ausgebauten Infrastruktur, dem fast lückenlosen Nahverkehrsnetz, einem Zugang zur Autobahn und schnellem Güter- und Personenverkehr, ist der Bezirk eine gute Adresse für Unternehmen. So haben sich beispielsweise die Großunternehmen Alba AG, Harry-Brot und Inventux Solar Technologies hier angesiedelt. Am südwestlichen Rand teilt sich Marzahn-Hellersdorf mit dem Nachbarbezirk Lichtenberg das Gewerbeareal „Berlin Eastside“. Es ist das größte zusammenhängende Gewerbegebiet Berlins mit 1.200 Hektar Gewerbefläche, 16 etablierten Gewerbeparks und 2.500 Unternehmen.

Ein lebenswerter Bezirk

Auch ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung denken viele, die „Marzahn-Hellersdorf“ hören, nur an „graue Platte und DDR“. Dabei ist „die Platte“ mittlerweile gar nicht mehr grau, sondern bunt, modernisiert und begehrt bei Mietern, die sich die teuren Innenstadtlagen nicht leisten können oder wollen. Zudem liegen große Einfamilienhaussiedlungen in den Ortsteilen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf. Diese freistehenden Häuser, Reihen- und Doppelhäuser, sind hoch attraktiv für Familien mit Kindern. Hinzu kommen die Parks, die Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen, die Bildungs- und Kultureinrichtungen, die gute Gesundheitsversorgung und Verkehrsanbindung über mehrere U- und S-Bahnen, Busse und Straßenbahnen. Zusammengenommen machen alle diese Faktoren Marzahn-Hellersdorf zu einem begehrten und lebenswerten Bezirk, der ständig wächst.

Bastian Behrens

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