Estrel Convention Center

Ein architektonisches Ausrufezeichen

An der Ecke Sonnenallee 225 und Ziegrastraße in Berlin-Neukölln, umgeben von Industriegelände und Kleingärten, wurde vor mehr als 22 Jahren mit dem Estrel das größte Hotel Deutschlands eröffnet. Bauherr Ekkehard Streletzki setzte mit dem Anbau des Festival-Centers 1997 sowie des Convention-Centers 1999 noch einen drauf. Er ist vom Gesamtkonzept seines Vier-Sterne-Hauses ebenso überzeugt wie von dem Standort und der Infrastruktur.

Der Estrel-Kosmos

Im Mai 1995 begann eine einzigartige Erfolgsgeschichte Berliner Hotel- und Veranstaltungskultur. Das Estrel Hotel wurde offiziell eröffnet. Wilhelm von Boddien, seinerzeit Berlin-Manager, sagte optimistisch: „Wir brauchen in der Stadt solche außergewöhnlichen Dinge.“ Und dieser Vorgang könnte sich 2021 wiederholen, denn neben dem Estrel Hotel soll der 175 Meter hohe Estrel-Tower entstehen – erste Überlegungen gab es bereits 2001 im Rahmen des sogenannten Estrel-Park. Der geplante Tower liegt unmittelbar an der im Bau befindlichen Autobahntrasse von Neukölln nach Treptow, wodurch sich der Baubeginn auf ungewisse Zeit verschiebt. Ekkehard Streletzki, Eigentümer des Estrel, wird an den Plänen festhalten, denn er ist Unternehmer mit Mut und Weitsicht: „An dieser ehemals trostlosen Ecke Neuköllns einen Hotel-Kosmos mit 1.125 Zimmern plus großem Messe- und Veranstaltungszentrum ins Laufen gebracht zu haben, gilt als das Meisterstück des Unternehmers“, wie der Tagesspiegel schreibt.

Wie ein Ozeandampfer – Das Hotel

Bei der Eröffnung des Hotels im Mai 1995 lobte die Berliner Tagespresse die farbenfrohe Gestaltung der Empfangshalle. Das Haus – mit 1.125 Zimmern (80 Suiten und 26 behindertengerechten Zimmern) – entstand nach den Plänen der Architekten Heiner Hennes und Karl Waldemar Tilemann, während sich Eva Schäfer für die Innenraumgestaltung verantwortlich zeigte. Besonders auffällig ist der Brunnen des französischen Keramikkünstlers Gilbert Portanier – einem Schüler von Pablo Picasso. Ein Jahr später wurde das Hotel ins „Guinness Buch der Rekorde 1996“ aufgenommen.

Spiegelnde Fassaden, große Formate und geometrische Formen: Wie ein Schiff im Format eines riesigen Ozeandampfers zeigt der Bau des Architekturbüros Karl Waldemar Tilemann und Heiner Hennes mit seiner Spitze nach Süden zur Sonnenallee und verbreitert sich dann nach Norden. Im höchsten Punkt des Hotels, im 17. Stock der Spitze, befindet sich die Präsidentensuite mit einem ungehinderten Rundblick. Die vier Gebäude des Hotels rahmen das glasüberdachte Atrium des Hauses ein – eine Fläche von immerhin 2.800 m2 und 13 Meter hoch. Der Brunnen des französischen Künstlers dient als Ort der Begegnung. Dort locken Restaurants mit Kuchen, italienischen und asiatischen Speisen. Dazu kommen Bars, eine Boutique und ein kleiner Lebensmittelladen.

Einzigartiges Raumangebot – Festival-, Kongress- und Tagungszentrum

Den Übergang von der Bettenburg ins Festival- und Convention-Center bildet eine Rotunde. Das Estrel Festival Center wurde 1997 an das Hotel angegliedert. Seitdem befindet sich in der umgebauten Fabrikhalle ein 1.120 m2 großer Showroom mit fest installierter Licht- und Tontechnik. Vollendet wurde der Gesamtkomplex 1999 mit dem Bau des Estrel Congress Centers. Kongressteilnehmer geben sich in den 75 Tagungsräumen des Convention-Centers die Klinke in die Hand. Auf insgesamt 25.000 m2 Nutzfläche bietet das multifunktionale, vollklimatisierte Kongress- und Tagungszentrum ein einzigartiges Raumangebot. Dem Nichteingeweihten könnte es durchaus schwer fallen, sich in den verzweigten Gängen und Veranstaltungsräumen zurechtzufinden.

Hinter den Kulissen wird in zwei großen Hauptküchen im Atrium und im Convention-Center für das leibliche Wohl der Hotelgäste sowie das der Kongress-, Tagungs- und Festivalteilnehmer gesorgt. Auch unsichtbar für die Gäste bleibt die Technik im Keller, die den riesigen Bau am Laufen hält. Heiz-, Sprinkler- und Lüfterzentrale gibt es jeweils im Doppelpack – für den Hoteltrakt und das Festival- und Convention-Center. Die Heizzentrale für das Hotel ist jedoch viermal so groß wie die fürs Convention-Center. Die Logistik für den Estrel-Komplex kann als perfekt bezeichnet werden. Ein eigener Gleisanschluß mit Bahnhof sorgt für eine unauffällige Anlieferung der Lebensmittel – die verschwinden dann sofort in den Tiefen der Kühlräume im Keller.

Mit dem Estrel Berlin hat sich Eigentümer Ekkehard Streletzki seine Vision eines Hotel-, Congress- und Entertainment-Centers verwirklicht und es wird spannend werden, ob der Unternehmer sich den Traum des Estrel-Towers erfüllen kann. Immerhin gab der Architekt Frank Barkow im Interview an: „Der Auslober und Bauherr Ekkehard Streletzki wollte ausdrücklich, dass eine Torsituation entsteht. Der Neubau sollte zusammen mit dem vorhandenen Hotel den Eingang zur Stadt markieren, auf dem Weg zum und vom zukünftigen Flughafen.“ Mit dem Tower und dem verspiegelten Ozeandampfer hält das Las Vegas-Feeling endgültig Einzug in Berlin.

Dr. Carsten Schmidt

Estrel Convention Center
5 (100%) 2

Tags from the story
,